„Madame Bovary“ von Gustave Flaubert – Klassiker der Bücherwelt

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„Madame Bovary“ war einer der ersten Romane, die ich mir im Sinne meiner „Challenge ohne Ende“ zugelegt habe. Der Titel war mir noch aus dem Film „Little Children“ in Erinnerung, in dem ein Buchclub über Emma Bovarys Verhalten diskutiert. Und über sie lässt sich mit Sicherheit sehr viel diskutieren.

Madame BovaryWorum geht’s? Inspiriert von ihren Romanen, erhofft sich Emma mit ihrer Ehe ein neues aufregendes Leben voller Liebe und Leidenschaft. Doch schon bald ist sie das Leben auf dem Dorf und auch ihren Ehemann Charles leid und gibt sich ganz ihren Fantasien und anderen Männern hin.  Emma beginnt damit, sich für die Pariser Mode- und Gesellschaftswelt zu interessieren und lebt ein verschwenderisches Leben, nicht zuletzt um ihre Liebhaber mit Geschenken an sich zu binden. So bringt Emma sich und ihren Mann gleich in zwei missliche Lagen, denn das Geld wird immer knapper und Emmas betrügerisches Verhalten immer unvorsichtiger.

Inhaltlich habe ich an dem Buch nichts auszusetzen! Die Handlung und auch die Charaktere haben mir sehr gefallen. Auch wenn einige der Personen eher unsympathisch waren, so hat doch jeder seinen Teil zur Geschichte beigetragen. Bis auf einige wenige Personen, stammen alle aus demselben Dorf Yonnville. Das Ganze hat für mich dem Buch nochmal etwas Besonderes hinzugefügt. Die Personen waren nicht fremd und jeder hatte eine eigene Persönlichkeit. Dies und auch die vielen beschriebenen Details machten die Ereignisse sehr viel realer. Dies gilt insbesondere natürlich für Emma Bovary. Dass der Titel des Buches „Madame Bovary“ allein ihren Namen trägt, verdeutlicht für mich noch einmal die egoistische Lebensweise dieser jungen Frau, die nicht sieht was sie hat und alles vergrault was sie eigentlich will. Auch ich hatte immer wieder gemischte Gefühle. Einmal tat mir Emma leid, da sie einfach nur Glück für sich suchte, im nächsten Moment musste ich den Kopf über ihr unpassendes und aufdringliches Verhalten schütteln.

Obwohl das Buch bereits Mitte des 19. Jahrhundert geschrieben wurde, ist der Text für diese Zeit sehr modern formuliert und lässt sich gut und flüssig lesen. Natürlich findet man noch einige alte Redewendungen, aber die Grammatik an sich hat nicht mehr viel von den alten Schreibweisen. Das ist ein Punkt, der mir bereits von Anfang an aufgefallen ist und auch sehr gefallen hat, da man sich manchmal doch etwas schwer damit tun kann, die sonst mittelalterliche Sprache zu verstehen.

Fazit Mit viel Ironie zeigt uns „Madame Bovary“ realistische Szenen einer jungen Frau die auf der Suche nach wahrer Liebe nur der verpassten, hoffnungslosen und unerwiderten Liebe begegnet. Die das Gewollte findet und doch wieder nicht zufrieden ist. Gleichzeitig finden wir im Roman eine Kritik an die Gesellschaft wieder, wie es so oft der Fall ist bei Romanen dieser Zeit. Da mir der Roman so gut gefallen hat, gibt es die von mir nur sehr seltenen 5 von 5 Sterne.


„Madame Bovary“ | Gustave Flaubert |Diogenes Verlag |464 Seiten*

*Davon 59 Seiten Anhang

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Erina sagt:

    „Madame Bovary“ möchte ich auch noch lesen. Ich habe großes Interesse an den Ehebrecherinnen-Romanen des Realismus. „Effi Briest“ habe ich schon gelesen, „Anna Karenina“ und „Madame Bovary“ sollen folgen. Nach deiner Rezension fällt mir auf, dass „Madame Bovary“ anscheinend etwas aus der Rolle fällt und zwar, da sie weniger ein Opfer der gesellschaftlichen Umstände ist, was sie zum Ehebruch treibt (Wie Effi Briest zum Beispiel), sondern eher eine vergnügungssüchtige Frau, die vieles in Kauf nimmt, um ein kurzweiliges Leben führen zu können. Spannend! 🙂

    Liebe Grüße,

    http://lesenundgrossetaten.blogspot.de/

    Gefällt 2 Personen

    1. Pialalama sagt:

      Hallo! Anna Karenina steht auch schon in meinem Regal! Ich fand einfach, dass der Egoismus von Emma viel mehr heraus sticht, als der Ehebruch an sich. // Grüße!!!

      Gefällt mir

  2. Hallo,
    das Buch habe ich ebenfalls im Rahmen meiner Klassik-Challenge gelesen und mochte es auch gerne.

    Liebe Grüße
    Stephanie

    Gefällt 1 Person

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