„Rechnung über meine Dukaten“ von Thomas Meyer

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Einen schönen Sonntag Aben euch allen! Heute möchte ich euch meine Meinung zu dem historischen Roman „Rechnung über meine Dukaten“ von Thomas Meyer erzählen.

Worum geht’s? 1716: Der exzentrische Friedrich Wilhelm, König von Preußen, möchte sich eine Armee aus Riesen zusammenstellen und gibt dafür Unsummen an Geld aus. Die Riesen aus aller Welt kommen selbstverständlich nicht ganz freiwillig zum König, daher hat dieser so einige dubiose Kontaktmänner und „Lieferanten“. Doch die Riesen sind nicht das einzige Laster des Königs: Neben der Jagd hat er auch großen Spaß daran, den Professor Gundling auf alle mögliche Weisen zu schikanieren – ganz gleich welche Konsequenzen entstehen. Einzig allein der Sekretär Creutz scheint den Wahnsinn des Königs zu erkennen und versucht ihn -vor allem in Hinsicht Geld- zum Umdenken zu bringen.

Rechnung über meine Dukaten
Quelle

Der erste Gedanke, der sich in meinem Kopf gebildet hat, nachdem ich einige Seiten gelesen hatte war: „Ein sehr seltsames Buch.“. Die Geschichte scheint zu Beginn auf Nichts hinauszulaufen und einfach nur aus gedankenlos aneinandergereihten Szenarien zu bestehen. Möglicherweise lag dieser Eindruck daran, dass ich zunächst viel zu sehr von der Sprachwahl abgelenkt wurde. Das Buch wurde zwar erst 2014 veröffentlicht, die Schreibweise entspricht jedoch einem sehr alten deutsch. Normalerweise habe ich keine Probleme damit, die alte Satzbauweise zu lesen und ältere Wörter zu verstehen. In diesem kleinen Roman jedoch, wurde nicht nur die Satzbauweise an die Zeit des inhaltlichen Geschehens angepasst. Sehr viele Begriffe, die man heutzutage mit „K“ oder „Z“ schreibt, sind im Buch mit einem „C“ geschrieben, was etwas gewöhnungsbedürftig ist. Zudem hören sich viele Sätze unvollständig an. Das für mich persönlich grausamste Wort war „Teutsch“ (=deutsch), dicht gefolgt von „itzo“ (=jetzt). Dieser Punkt ist natürlich Geschmackssache, aber in Anbetracht daran, dass viele historische Romane den Spagat zwischen altem Satzbau und modernem Wortschatz besser umgesetzt haben, fand ich das in diesem Roman doch zu sehr übertrieben, teilweise sogar zu sehr gewollt.

Was mir ebenfalls an dem Buch aufgefallen ist, waren die Titel der Kapitel, die diese immer recht gut beschrieben haben. Ein Beispiel hierfür: „Das erste capitel  Worin der König heiter der Ankunft eines neuen Riesen entgegenblicket“. Im Gegensatz zu den Titeln, sind die Kapitel an sich immer recht kurz, was ich persönlich nicht schlecht finde. Bei mir ist das immer so, dass ich dann bei kurzen Kapiteln besser voran komme, so nach dem Thema: Ach, das sind doch nur 4 Seiten , die lese ich jetzt auch noch kurz… bis man dann wieder viel zu Spät ins Bett geht.

Die Charaktere im Buch haben mir recht gut gefallen, auch wenn man bei einem Roman dieser Kürze nicht sehr viel Tiefe erwarten kann. Besonders der königliche Secretair Creutz hat mir gefallen. Er macht den König aufmerksam auf seine doch sehr impulsiven Entscheidungen, obwohl er weiß, dass ihn das den Kopf kosten könnte. Allgemein kommen in dem Buch mehr hinterhältige Ganoven als ehrliche und freundliche Personen vor. Auch der etwas trottelig wirkende König war mir an sich eigentlich nicht sehr unsympathisch, da der Autor seine Aktionen humorvoll und zum Teil ironisch beschrieben hat, sodass sie nicht sehr grausam gewirkt haben. Ein bisschen hat mich die „Atmosphäre“ an den Film „Ella Enchanted“ erinnert, wenn auch die Riesen in diesem Buch lediglich etwas größere Menschen meint und keine wahren Märchenwesen. Übrigens basiert der Roman auf wahren Tatsachen und Begebenheiten. Nur die Geschichte zwischen den Riesen Gerlach und Betje ist reine Erfindung.

Fazit Wer sich mit dem Schreibstil des Autors nicht allzu schwer tut, dem wird dieser Roman sicherlich ein, zwei Lacher entlocken. Ich würde ihn selbst nicht gerade als super lustig bezeichnen, dennoch hat mir die Geschichte um den König und sein Faible für Riesen sehr gefallen. Daher habe ich dem Buch auf goodreads 4 von 5 Sternen gegeben, was einem „hat mir sehr gefallen“ entspricht.


„Rechnung über meine Dukaten“ | Thomas Meyer |Diogenes Verlag |272 Seiten

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