„Nebelsturm“ von Johan Theorin

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Einen schönen Samstag an alle! Heute gibt es eine Rezension zum Schwedenkrimi „Nebelsturm“ von Johan Theorin. Der preisgekrönte Krimi  ist der zweite Teil der Öland-Reihe (Jahreszeiten-Quartett), deren Bücher jedoch nicht aufeinander aufbauen. Ich selbst habe den ersten Teil nicht gelesen und denke auch nicht, dass es relevant für die Story gewesen wäre.

Worum geht’s? Joakim Westin zieht mit seiner Familie in einen alten Hof nach Öland, der bei allen nur als Åludden bekannt ist. Gemeinsam wollen sie hier die Vergangenheit ruhen lassen und den Hof wiederaufbauen, doch dann kommt es zu einem tragischen Todesfall. Es ist nicht der erste auf Åludden und wo andere einen Unfall sehen, sieht Joakim einen Mord.

Nebelsturm
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Bisher wurde ich noch nie von Spiegel-Bestsellern enttäuscht, aber das kann ich nun leider nicht mehr sagen. Das Buch konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen und war alles andere als spannend. Das fängt schon damit an, dass es sich hier meiner Meinung nach nicht um einen Krimi handelt. Da keiner wirklich von einem Mord überzeugt ist, kommt es auch nicht wirklich zu einer ernsthaften Ermittlungsarbeit. Joakim selbst, rätselt zwar ein bisschen rum und auch die Polizistin Tilda hält ihre Augen offen, aber das ist alles eher am Rande. Es ist eher eine Spukgeschichte, wobei auch hier der Gruselfaktor fernbleibt. Die „Geister in den Wänden“ wirken ein bisschen reingeklatscht. Des weiteren finde ich die nebenherlaufende Einbruchsserie überflüssig. Die Einbrüche haben absolut nichts mit den Ereignissen auf Åludden zu tun. Die einzige Verbindung ist einer der Täter, der auf dem Hof den Boden verlegt hat. Zwar planen die Täter einen Einbruch auf dem Hof und dort kommt es dann auch zum großen Show-Down, aber warum die ganzen Einbrüche geschildert wurden, ist mir ein Rätsel. Die Polizistin konzentriert sich auch hier viel zu sehr auf die Einbrüche, als auf den möglichen Mord, was das Ganze irgendwie in zwei Geschichten teilt. Dadurch, dass aber an sich schon wenig von der Polizeiarbeit erzählt wird, habe ich mich ständig gefragt, auf was das ganze eigentlich hinausläuft: Auflösung des Todesfalls? Einbruchserie? Oder geht es doch um Ethel, die schon früher verstorbene Schwester von Joakim?

Weiterhin überflüssig fand ich die Beziehungsprobleme der Polizistin. Über die wusste ich am Ende mehr, als über den eigentlichen Protagonisten. Wobei…es wurden alle zum gleichen Teil zu wenig erwähnt, wer weiß schon wer da der Protagonist war! Mit Tilda kommt auch noch ein Ahnen-Interview, dass eine Verbindung zur Vergangenheit Åluddens/Ölands mit sich bringt. Dies geschieht jedoch auch durch ein Buch an Joakims Frau Katrine. Ist also ein bisschen Doppelt-gemoppelt, auch wenn der Inhalt nicht gleich ist. Die Message bleibt gleich: Auf Öland läuft vieles nicht mit rechten Dingen zu.

Dass die Charaktere mich  nicht umhauen konnten, ist vielleicht bereits durchgesickert. Vor allem Joakim ist mir ein Rätsel. Seine Trauer war mir ein bisschen zu fad, sein Verhalten nicht immer nachvollziehbar. Vor allem was seine Kinder angeht. Übrigens fand ich hier auch, dass die sechsjährige Tochter für ihr Alter viel zu reif gesprochen hat. Das kann natürlich auch an einer schlechten Übersetzung liegen.

Dann gab es noch einen Logikfehler. Ich habe es so verstanden, dass die Schwester Ethel seit einem Jahr tot ist. Auf einer Seite wird jedoch erwähnt, dass die Mutter schon jahrelang seit Ethels Tod den Weihnachtstisch für sie mit deckt. Jahrelang ist für mich mehr als nur ein Jahr, eigentlich auch mehr als zwei.

Ich könnte mit diesem negativen Auffälligkeiten noch eine Weile weitermachen, aber es soll jetzt auch gut sein. Das einzige, was mir gefallen hat, war der große Show-Down am Ende auf dem Hof. Das war’s aber auch schon. Man sollte die ganzen Ereignisse am besten nur im Kontext zum „Nebelsturm“ betrachten, der eben viel Unheil mit sich bringt. Das ist das einzige, worauf man sich hier konstant konzentriert hat.

Fazit Für mich leider eine absolute Enttäuschung. In dem Buch wurde an zu vielen Baustellen gleichzeitig gearbeitet und an allen zu wenig. Bei den faden Charakteren wurde an den falschen Seiten ausgebaut und wirklich überzeugen konnten sie mich auch nicht.


„Nebelsturm“ | Johan Theorin | Piper Verlag |464 Seiten

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