„Fang den Hasen“ von Lana Bastašić

Eine Freundin hat mir Lana Bastašićs Debütroman „Fang den Hasen“ ausgeliehen. Der Roman war bei Veröffentlichung in aller Munde und wurde 2020 mit dem Literaturpreis der europäischen Union ausgezeichnet. Ob ich mich den positiven Kritiken anschließen kann, lest ihr im Folgenden:

Worum geht’s? Sara bekommt einen unerwarteten Anruf ihrer ehemals besten Freundin Leijla. Diese möchte, dass Sara sie in ihrer Heimat Bosnien abholt um den verschollenen Bruder in Wien zu suchen. Saras Welt wird durch diesen Anruf erschüttert und viele Erinnerungen und Gefühle steigen in ihr hoch. Doch Sara entscheidet sich tatsächlich dafür, die Reise nach Bosnien anzutreten und in ihre Vergangenheit zu blicken.

Sprachlich hat mich dieser Roman wirklich begeistert. Dass Lana Bastašić mit ihren Worten gut umgehen und tolle Zeilen schaffen kann, hat man direkt auf der ersten Seite gemerkt. Die Geschichte selbst konnte mich allerdings nicht wirklich abholen. Sie gehört für mich leider zu der Kategorie „Hauptsache ein Buch geschrieben“. Wir begleiten die Erzählerin Sara bei ihrer Reise in die Vergangenheit, zurück nach Bosnien. Stück für Stück erfahren wir von der scheinbar komplizierten Freundschaft zu Leijla und wie die beiden Frauen sich voneinander entfernt haben. Saras Erinnerungen haben (gewollt?) dafür gesorgt, dass Lejla mir sehr unsympathisch war. Aber auch Sara selbst war für mich teilweise unerträglich mit ihrer Abhängigkeit und ihrem ewigen Schweigen gegenüber Lejla. Diese toxische Freundschaft machte das Lesen für mich zum Teil unerträglich und ich habe mich ständig gefragt, ob in diesem Buch noch etwas spannendes passieren wird? Am Ende führte diese Reise durch Bosnien und die Vergangenheit für mich ins Nichts. Ich habe nicht das Gefühl, dass irgendeine veränderte Situation aufgetreten ist, dass die beiden Frauen etwas zwischen sich klären oder beseitigen konnten; der Bruder ist nebenrangig geworden und das Ende in Bezug auf ihn war für mich im Grunde vorhersehbar. Da ich durch den Hype um dieses Buch sehr große Erwartungen hatte, bin ich nun im Nachhinein doch sehr enttäuscht vom Inhalt – auch wenn es sprachlich wirklich ein Meisterwerk ist.

Fazit: Bezüglich der Sprache kann ich das Lob um dieses Buch sehr gut nachvollziehen. Inhaltlich konnte mich die Geschichte nicht überzeugen und somit war das Buch für mich leider ein Flop!


„Fang den Hasen“ | Lana Bastašić | S. Fischer Verlag | 336 Seiten

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