„Der Fluss ist eine Wunde voller Fische “ von Lorena Salazar

Heute möchte ich euch von einem neuen Buch erzählen. „Der Fluss ist eine Wunde voller Fische“ erschien letzte Woche beim Blumenbar Verlag und ich habe freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zugesendet bekommen. Vielen Dank hierfür an den Aufbau Verlag! Bevor ich mit meiner Rezension richtig beginne, möchte ich jedoch noch ein paar Dinge dazu sagen. Ich habe schon viele Bücher mit grausamen Details gelesen, mit Themen, die eine Triggerwarnung bräuchten. Es ist allerdings das erste Mal, dass ich ein Buch beendet habe und mir dachte: Wie soll ich dazu eine Rezension schreiben? Wie soll ich jemandem dieses Buch empfehlen? Denn, das kann ich vorweg nehmen: Es ist ein gutes Buch! Aber irgendetwas war diesmal anders. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich nun selbst Mama bin. Oder an den grausigen Details. Oder an der aktuellen politische Lage? Wahrscheinlich ist es ein Zusammenspiel von allen drei Dingen. Ich wollte zuerst gar keine Rezension schreiben, aber nun ist etwas Zeit vergangen und ich habe mich umentschieden. Triggerwarnungen befinden sich am Ende der Rezension.

Worum geht’s? Der Fluss Atrato ist die Lebensader Kolumbiens. Er verbindet das Leben der einzelnen Dörfer und ist Schicksal der Menschen: Er gibt ihnen Nahrung, aber er gibt ihnen auch Trauer. Auf diesem Fluss schwimmt ein Boot, in dem eine weiße Frau mit ihrem schwarzen Sohn sitzt. Das Ziel ihrer langsamen Reise ist das Dorf der biologischen Mutter des Jungen. Die junge Frau reflektiert ihr eigenes Leben als Weiße unter schwarzen Menschen und kämpft zugleich mit ihrer Angst den Jungen zu verlieren. Sie hofft, dass das Boot das Dorf nie erreichen wird.

Was für ein Buch! Nachdem ich ein paar Seiten benötigt habe, um mich mit Salazars Schreibstil zurechtzufinden, habe ich ihre Worte aufgesaugt wie ein Schwamm das Wasser. Literarisch in das ferne Kolumbien entführt, wirkte die Stimmung im Buch oftmals schwer und drückend wie das tropische Wetter über dem Atrato. Der Fluss spielt hier nicht nur eine Rolle als Transportweg. Nein, er spiegelt auch das Leben der Menschen in Kolumbien wieder. Fließend wie das Leben, unaufhaltsam wie der Tod und beides eng miteinander verknüpft. Salazar hat auf eine wunderbare Weise den Fluss mit der Geschichte der Frau und der anderen Bootinsassen verknüpft. Denn auch die anderen Passagiere finden einen Platz in diesem Buch und in dem Leben der Frau. Ich war bis kurz vor Schluss so begeistert! Und dann kam das letzte Kapitel. Ich ahnte schon, dass es so oder so ähnlich kommen würde. Und doch traf es mich mit voller Wucht. Ich war so schockiert, dass mir während der letzten Zeilen bereits dicke Tränen über die Wangen liefen. Als ich das Buch zugeschlagen habe, bin ich direkt zu meinem Kind und habe es fest in den Arm genommen. Für ein paar Stunden habe ich es gehasst, dieses Buch. Was für ein Gefühlschaos! Aber ist es nicht genau das, was ein gutes Buch ausmacht? Es trifft uns mitten ins Herz, schockiert unsere Seele und lässt es uns nicht vergessen. Es ist noch immer ein tolles Buch, aber für mich persönlich war das Ende eben harter Tobak. Lest es, lasst euch entführen, aber seid bereit!

Fazit Ein tolles Buch, das mich tief berührt und zu Tränen schockiert hat!


Der Fluss ist eine Wunde voller Fische | Lorena Salazar | Blumenbar Verlag | 276 Seiten

Unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar. Das Buch wurde aus dem spanischen übersetzt von Grit Weirauch.

Triggerwarnungen: In dem Buch werden zum Teil sensible Themen behandelt. Auch wenn sie nur eine kurze Passage ausmachen, möchte ich doch darauf hinweisen. Diese Themen sind Fehlgeburten, Gewalt, Tod.

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