„Der Heilige zwischen den Welten“ von Flavius Ardelean

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Vor ein paar Wochen habe ich euch das Buch „Der Heilige mit der roten Schnur“ vom rumänischen Autor Flavius Ardelean vorgestellt. Freundlicherweise hat mir der homunculus Verlag das Nachfolger-Buch, welches vor kurzem auf deutsch erschienen ist, zur Verfügung gestellt. Wie immer lest ihr im Folgenden, ob und wie mir dieses Buch gefallen hat.

Worum geht’s ? >> Ein Toter wird von der Schattenfrau wiedererweckt und lebt von nun an als lebendiges Skelett. Für kurze Zeit kann er wieder mit seiner Geliebten zusammen sein. Eine Tochter aus reichem Hause wird zur Soldatin der Heiligen Frauen ausgebildet und begegnet ihrer großen Liebe. Ein Mann mit Pferdekopf stürzt aus der Welt in die un’Welt und stellt fest, dass alles eine Frage der Perspektive ist. Ein Heiliger erlangt einen neuen Körper und zusätzlich eine Armee unsichtbarer Krieger. Die vier Gestalten machen sich auf, um in einer finalen Schlacht für die Liebe und gegen das Böse zu kämpfen, und stehen dabei doch auf unterschiedlichen Seiten. Was ist Gut und was ist Böse? Wer steht auf der richtigen Seite, wenn er der festen Überzeugung ist, der jeweils andere stehe auf der falschen? „Der Heilige zwischen den Welten“ führt uns auf virtuose Weise die Macht des Erzählens und die perfide Ambivalenz von Wahrheit vor Augen. << (homunculus-verlag.de )

Flavius Ardelean hat erneut gezeigt, wie toll er schreiben kann! Auch diese Geschichte ist wieder düster, makaber und voller skurriler, teils befremdlicher Ereignisse. Voller EKEL und schaurig schön. Zugegeben habe ich mich an einigen Stellen etwas schwer getan und war zeitweise etwas verwirrt mit Welt und Un’Welt, doch im Rückblick denke ich mir: Dieses Chaos passt genau zu dem Ereignissen in der Geschichte.
Das Buch besitzt im Vergleich zum Vorgänger fast doppelt so viele Seiten, und so hatte ich große Erwartungen. Die einzelnen dargestellten Schicksale von Katharina, Ulrik usw. fand ich gut gelungen und erfreulicherweise gab es auch einen Teil zu Bartholomäus Knochenfaust. Nach dem ersten Band hatte ich mir ja bereits ein bisschen mehr Hintergrund-Info zu ihm gewünscht, da ich seinen Charakter sehr interessant fand. Während wir im ersten Drittel des Buches vor allem darüber erfahren, wie die einzelnen Figuren gelebt haben bevor sie zu ihrem Kampf gerufen wurden, erleben wir im zweiten Drittel die teils grotesken Zeiten während der Ausbildung an den unheimlichsten Orten. Dieser mittlere Teil hätte meiner persönlichen Meinung nach etwas kürzer gestaltet werden können, da ich es hier teilweise als anstrengend empfand, den Ereignissen zu folgen. Im letzten Drittel werden die Pläne der einzelnen Parteien wieder deutlicher und insbesondere die Schlacht um Mandragora am Ende fand ich gut beschrieben. Hier konnte ich das Buch dann wieder kaum weglegen. Es ist definitiv sehr außergewöhnlich und eines für sich. Wer nicht vor solchen grotesken Beschreibungen ( viel Kot, Blut, Ekel und Schleim!) abgetan ist, wird sicherlich gefallen an dieser Geschichte finden.

Übrigens finden sich auch in diesem Buch wieder tolle Kohle-Zeichnungen von Ecaterina Gabriela passend zur Geschichte, die dem Buch nochmal einen besonderen Flair verleihen und das düstere hervorheben.

Fazit: F. Ardelean hat ein fantastisch skurilles Werk geschaffen, perfekt für die düstere Jahreszeit. An manchen Stellen hätte es etwas weniger Text sein können, doch am Ende hat mich das Buch wieder überzeugt!


„Der Heilige zwischen den Welten“ | Flavius Ardelean | homunculus Verlag | 496 S.

Ich bedanke mich herzlich beim homunculus Verlag für das Rezensions-Exemplar. Der Text wurde aus dem rumänischen von Eva Ruth Wemme übersetzt. Unbezahlte Werbung.

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