„Kinder des Zufalls“ von Astrid Rosenfeld

Nachdem ich Lucia Berlins Kurzgeschichten „Abend im Paradies“ so genossen habe, wollte ich schauen, ob noch mehr Bücher aus der Kampa Pocket Reihe mich so begeistern können. Daher wählte ich „Kinder des Zufalls“ als nächsten Titel aus dieser klimaneutralen Taschenbücherreihe.

Worum geht’s? Das Buch erzählt rückblickend die Familiengeschichte von Maxwell und Elisabeth. Insbesondere die Leben deren Mütter stehen hier im Fokus: Wir lernen die egoistische Charlotte kennen und die mutige Annegret; den Vater, der um sein Kind betrogen wurde und die Väter, die nicht genug Liebe zeigen konnten. Verschiedene Stationen prägen die Leben dieser Personen und führen letztendlich zu der Begegnung von Maxwell und Elisabeth. Es geht um Glück und um Unglück, um die Sehnsucht nach Liebe, aber auch um Wahrheit und Geld.

Astrid Rosenfeld konnte mich sprachlich wirklich überzeugen. Ich konnte das Buch irgendwann gar nicht mehr weglegen und habe jedes Wort in mich aufgesogen. Ich bin, was Familiengeschichten angeht, immer etwas vorsichtig, da ich oftmals schnell von ihnen gelangweilt bin und sie als öde oder träge empfinde. Nichts, was nicht jeder schon mal erlebt hat. Doch hier war das anders, und ich bin wirklich froh, dass ich mich für dieses Buch entschieden habe. Rosenfeld hat stets im richtigen Moment einen neuen Charakter ins Boot geholt und ein entscheidendes Ereignis eingefügt. Alle haben ihre eigenen Träume und Macken und tragen so zu dieser Geschichte bei, bis sich am Ende der Kreis schließt. Ich denke, was hier besonders ist, ist das nicht eine Person rückblickend über ihre Leben nörgelt oder nostalgisch von Erinnerungen schwärmt. Hier werden Stück für Stück mehrere Leben, mehrere Puzzleteile skizziert, bis wir bei Maxwell und Elisabeth landen. An manchen Stellen, gerade zu Beginn, hat mir auch wirklich kurz der Atem gestockt, da einige Momente in der Familiengeschichte durchaus schockierend sind. Langweilig wurde es für mich definitiv nicht und ich möchte auf jeden Fall noch mehr von Astrid Rosenfeld lesen!

Fazit Ein sprachliches Highlight und für mich eine durchaus spannende Familiengeschichte der etwas anderen Art. Gerne mehr davon!


Kinder des Zufalls | Astrid Rosenfeld | Kampa Verlag | 272 Seiten

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