„Helvetia 1949“ von Philipp Gurt

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Ihr Lieben, ich habe an meiner ersten Leserunde teilgenommen! Bei Lovelybooks habe ich mich um den Kriminalroman „Helvetia 1949“ von Philipp Gurt beworben. Zugegeben, dieser Name hat mir zuvor nichts gesagt, doch sowohl das Cover als auch der Klappentext haben mich sehr angesprochen. Warum ich froh bin, mich für dieses Buch beworben zu haben, könnt ihr in der folgenden Rezension lesen:

Worum geht’s? Es ist das Jahr 1949 und in dem schweizer Städtchen Chur ereignet sich im Täli ein Mord an einer jungen Frau. Landjäger Walter Caminada und sein Kollege Peter Marugg nehmen sich der Sache an und stoßén dabei auf so einige Ungereimtheiten. Als sich dann auch noch weitere Morde u.A. am Stadtpräsident und an der besten Schützin der Schweiz ereignen, wird die Angelegenheit immer verworrener und die Suche nach dem Mörder immer gefährlicher. Wie hängen die Ereignisse zusammen und welcher der Dorfbewohner spielt hier ein falsches Spiel mit ihnen?

Philipp Gurt hat hier einen sehr authentischen Kriminalroman geschrieben: Nicht nur der Zeitgeist ist sehr gut getroffen, sondern auch die Charaktere mit ihrem sympathischen Schweizer Dialekt. Oft lese ich Bücher, welche in der Nachkriegszeit spielen, doch während dem Lesen geht das Zeitbild oft unter und es ist einem irgendwann nicht mehr richtig bewusst. Hier wird immer wieder beiläufig die Situation nach dem Ende des Krieges bemerkbar gemacht: Sei es beim Essen ohne Rationierungsmarke oder bei den veränderten Lebenssituationen der Bürger. Vor allem bei den Ermittlungen wird deutlich: Es war eine andere Zeit! Ein Mörder wurde nicht nach zwei Tagen durch Fingerabdrücke und DNA-Tests überführt. Es gab keine Überwachungskameras, keinen schnellen Informationsaustausch. Dies führt dazu, dass der Krimi auch etwas ruhiger ist, als Krimis in der modernen Zeit. Das soll aber keinen Falls heißen, dass dieses Buch langweilig ist! Im Gegensatz zu vielen anderen Krimis schafft Herr Gurt es hier, den Leser bis ans Ende in die Irre zu führen und im Ungewissen zu lassen. Die Lösung war unerwartet und hebt sich von anderen ab. Und auch wenn mir dieser Ansatz sehr gut gefallen hat, muss ich hier einen kleinen Abstrich machen, da ich mir zumindest für das Ende einen etwas größeren Knall gewünscht hätte.

“ Wenn ein Tag zur Neige ging, dann atmete dieser im letzten Glühen der Sonne, ob Sommer oder Winter, die Last der Tagessünde aus, damit die Nacht alles bedecken konnte, um in der kommenden Morgendämmerung wieder wie ein unschuldiger Schmetterling aus einem Kokon zu entfliegen“

S. 223

Was mir sehr gut gefallen hat, waren zudem die Darstellungen und Entwicklungen der Charaktere, insbesondere die von Diakon Veranzze und Peter Marugg. Jeder hat seinen eigenen Charm, seine eigene Macken oder Charakterzüge. Ich finde die Vorstellung gut, dass in einem schweizer Täli, umgeben von Wald und Bergen eine kleine Gemeinschaft lebt, in der sich jeder kennt, jeder über jeden redet und jeder sein eigenes kleines Geheimnis hat. Zuletzt möchte ich die Bildgewalt des Romans loben: Dieser sommerliche Wind, das Bild der Berge und der Menschen auf ihren Velotöfflis: Das alles wurde zu einem tollen Bild in meinem Kopf!

Fazit Ein authentischer Kriminalroman, der mich mit schweizer Dialekt, Bildgewalt und tollen Charakteren überzeugen konnte! Empfehlung für alle, die gerne mal abseits von Krimis in modernen Zeiten lesen möchten!


„Helvetia 1949“ | Philipp Gurt | emons Verlag | 349 Seiten

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. pagesingold sagt:

    Hi 🙂
    Sehr schöne Rezension! Da hat man ja glatt Lust, den Krimi zu lesen 🙂
    Liebe Grüße, Renate

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo Renate,
      danke! Dann habe ich den Ton ja richtig getroffen. Es gibt auch noch einen ersten ( aber unabhängigen) Band zu Landjäger Caminada: Chur 1947.

      Liebe Grüße,
      Pia

      Gefällt 1 Person

      1. pagesingold sagt:

        Oh, alles klar, danke für den Tipp! 🙂

        Gefällt 1 Person

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