„Der Mordfall Greene“ von S.S. van Dine

Der einzige Krimi den ich bisher in diesem Jahr gelesen habe, war „Der Mordfall Greene“ von S.S. van Dine (eigentlich Willard Huntington Wright) aus dem Jahr 1927. Ich hatte das Buch aus einem Buchschrank und nachdem es erst ein paar Monate im Regal lag, konnte ich es am Ende gar nicht mehr aus der Hand legen!

Worum geht’s? Nachdem im Hause Greene auf zwei junge Frauen geschossen wird, geht die Polizei zunächst von einem Einbruch mit unglücklichem Ende aus. Doch Chester Greene, Bruder der beiden Opfer, hält wenig von der Einbrecher-Theorie und sucht den Bezirksstaatsanwalt John Markham auf. Dieser ist zunächst ebenfalls wenig überzeugt von Chester Greenes Ansicht, dass es sich hier um einen gezielten Mordanschlag handelt. Der ebenfalls anwesende Philo Vance beginnt sich dennoch sofort für die mysteriösen Umstände zu interessieren. Nachdem es ein weiteres Opfer in der reichen, hasserfüllten Familien gibt, ist klar: Hier rennt ein Mörder herum und seinen Taten sind noch lange nicht beendet!

Bei diesem Buch handelt es sich um einen klassischen who-dunit Krimi der 1920er Jahre. Am Anfang musste ich mich ein bisschen dazu zwingen, das Buch wirklich weiterzulesen, da Philo Vance ein Charakter ist, der ausgesprochen gerne redet und philosophiert ( dem Namen entsprechend!). So wurde in einem Kapitel das ganze Geschehnisse aus den vorigen Kapiteln einfach nochmal zusammengefasst. Nur hätte es gut und gerne ein ganzes Stück kürzer Sein dürfen. Doch ich habe weitergelesen und es nicht bereut! Die Spannung nahm stetig zu und ich selber konnte mich nicht entscheiden, wer denn jetzt der Mörder ist. Immer wieder war ich überzeugt, den Täter nun endlich entlarvt zu haben, nur um ein paar Kapitel später meine Meinung wieder zu ändern. Hier ist dem Autor wirklich gelungen, die Aufmerksamkeit des Lesers nicht zu verlieren und die Spannung zu erhalten. Die Charaktere waren meiner Meinung nach recht einfach, aber dennoch Charakterstark gehalten. Damit möchte ich sagen: Wir erfahren nicht viel zu ihrem Hintergrund, aber bei jedem wird durch das erste Auftreten sofort klar, mit was für einen Typ Mensch man es da zu tun hat: Allesamt ein hinterhältiger, hasserfüllter Haufen. Die Atmosphäre im Buch ist sehr toxisch und wurde sehr gut beschrieben. Ein schönes Detail in dieser ( ?) Ausgabe sind Zeichnungen zu den Tatorten, dadurch wird dem Leser das Gefühl gegeben, dass man selbst ein bisschen Detektiv spielen darf.

Die Erzählweise fand ich persönlich auch sehr gut gemacht: Der Erzähler (hier der Autorencharakter S.S. van Dine selbst), ist selbst immer ein Begleiter der Geschehnisse, aber eher als stiller Beobachter. Wie in einem langen, ausführlichen Bericht erzählt er dem Leser von diesem Fall und benutzt dafür auch einige Fußnoten, um Verbindungen zu anderen Fällen die vor- oder nach dem „Greene Fall“ geschehen sind, herzustellen.

Fazit Ein toller who-dunit Roman der trotz anfänglicher Schwierigkeiten schnell an Spannung gewinnt und diese auch bis zum Schluss halten kann!


„Der Mordfall Greene“ | S.S. van Dine | DuMont Verlag | 326 Seiten

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