„Pascals Bekenntnisse“ von Isabelle Condou

Das Buch, das ich euch heute vorstellen möchte, ist mein erster Re-Read. Das erste mal habe ich es gelesen, als ich 14 oder 15 Jahre jung war und es wahrscheinlich nicht richtig verstanden habe. Jetzt habe ich bei einer Tour durch mein Bücherregal dieses Buch wieder entdeckt und dachte, dass es doch bestimmt keine schlechte Idee ist, wenn ich das Büchlein jetzt nochmal lese. Im Folgenden möchte ich euch einen kleinen Eindruck davon geben, wie mir das Buch gefallen hat.

Worum geht’s? Pascal ist alt geworden. Seine Frau bereits tot, seine Glieder starr und sein Kopf ganz wirr. Doch eines ist ihm noch immer geblieben: Das Boule-Spielen. Jeden Abend trifft er sich mit seinen verbliebenen Freunden in der Stadt und eines Tages trifft er auch auf den jungen Lehrer Antoine. Als Antoine von einem Diebstahl erzählt, welcher ihm ein Gefühl des Glücks und der Freude beschert hat, beginnt Pascal damit, sich Gedanken über seine eigenen Sünden zu machen. Nach und nach blickt er auf sein Leben zurück, um festzustellen, ob er auch ja alle Gebote gebrochen hat, um ein erfülltes Leben zu haben.

Na, wer kennt sie noch, die zehn Gebote? Du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen. Die offensichtlichen bekomme ich noch hin ( auch ohne das Buch!), aber danach wird es bei mir schon eng. Und auch der alte Pascal erinnert sich nicht gleich an alle Gebote die er womöglich gebrochen hat. Seine Vorstellung, dass man durch das Brechen der Gebote, also das Begehen von Sünden, mehr Spaß und Erfüllung im Leben hat, finde ich persönlich sehr interessant und wenn man genau darüber nachdenkt, dann gibt es zumindest ein Gebot, dass wir alle schon gebrochen haben. Aber haben Lügen unser Leben wirklich bereichert? Wahrscheinlich haben sie uns eher vom Gegenteil bewahrt.

„Das Schlimmste war, dass an dem Stolz, sich an all seine Sünden zu erinnern, trotzdem noch ein Zweifel nagte.Und wenn ihm nun was durch die Lappen gegangen war? Wenn er nicht alle wahren Freuden de Lebens begangen hatte? Pascal war fast sicher, dass er nichts vergessen hatte. Aber fast war auch kein Pappenstiel.“

S. 80

Coundou hat ihrem Roman mit einer sehr schönen, teilweise schon fast poetischen, Sprache geschrieben. Es war sehr angenehm zu lesen, trotzdem auch an manchen Stellen etwas zäh. Insgesamt würde ich den Roman als „normal“ bezeichnen, da er nicht schlecht war, mich aber auch nicht richtig packen konnte. In Pascals Leben ist Nichts passiert, dass mich mit ihm hätte mitfühlen lassen oder das mich überrascht hat. Es gab kaum Emotionen – mal abgesehen von Etwas, das in Richtung Wut gehen könnte, und irgendwo hat mir am Ende noch etwas gefehlt. Mir hätte eine Art Message gut gefallen, á la „Lebe dein Leben bevor es zu spät ist“ oder irgendetwas in dieser Art. Trotzdem war das Ende nicht schlecht, sogar etwas ironisch, was dem Buch dann noch eine leicht humorvolle Note verpasst hat.

Fazit Auch wenn Coundou hier eine sehr schöne Sprache beherrscht, hat mir an dem Roman doch etwas gefehlt. Er konnte mich leider nicht so sehr packen, wie ich es mir erhofft hatte. Es ist kein schlechtes Buch, aber ich denke, es gehört zu diesen Büchern, die jeder selbst gelesen haben muss um sie richtig einschätzen zu können.


„Pascals Bekenntnisse“ | Isabelle Condou | Hoffmann und Campe | 192 Seiten

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