„Rimini“ von Sonja Heiss

Vor kurzem erschien auf meinem Blog die Rezension zu „Die Unzertrennlichen“ aus dem KiWi Verlag bei mir. Im selben Paket kam damals auch „Rimini“ ins Haus und da ich bisher nur Gutes von dem Buch gehört hatte, habe ich voller Vorfreude mit dem Buch begonnen. Ob auch ich mich an das positive Feedback anschließen kann, könnt ihr im Folgenden lesen:

Worum geht’s? Hans hat zwei Probleme: Erstens, seine Frau entfernt sich immer mehr von ihm. Zweitens: Seine Wutausbrüche bedrohen seine Anwaltskarriere. Doch nicht nur Hans ist gerade in einer schwierigen Lebensphase, sondern auch seine Schwester Masha, die angesichts ihres fortgeschrittenen Alters noch schnell ein Kind möchte, dazu aber den richtigen Mann braucht, versinkt in Selbstmitleid und falschen Betten. Und als wäre das noch nicht genug, müssen Bruder und Schwester sich auch noch mit den Eheproblemen ihrer Eltern auseinandersetzen, denn auch bei Alexander und Barbara ist die Luft scheinbar raus. Während Alexander sich plötzlich lieber mit seinem Vogel Bitzi bei Laune hält, kleidet Barbara sich in fremden Häusern ein.

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Ich muss zugeben, ich hatte schon vor dem Lesen Angst, dass mir das Buch allein von der Thematik her nicht ganz zusagen würde. Doch mit all den positiven Rezensionen, die mir bisher begegnet sind, hätte ich nicht gedacht, dass sich meine Befürchtungen doch noch bewahrheiten würden. Schon nach 50 Seiten war ich unglaublich genervt von all den Personen die bis dahin vorkamen. Naja, bis auf Hans, der tat mir irgendwie ein bisschen leid. Aber die Frauen in diesem Buch waren für mich ein absolutes Grauen. Ich kann all die (sehr klischeehaften) Probleme von Masha, Barbara und Hans‘ Frau Ellen nachvollziehen, wirklich. Sie sind sehr realistisch und im Einzelnen kann ich auch die Reaktionen zum Teil nachvollziehen. Aber ich will um Himmelswillen nicht drei jammernde, undankbare und so negativ denkende Frauen auf einmal in einem Buch haben. Aber nicht nur die Frauen waren so übellaunig: Selbst die Kinder mussten bei der Misere mitmachen. Klar, Kinder meckern schnell mal über irgendwas, aber mit alldem drumherum war es mir dann doch etwas zu viel!

„Er überlegte, was die heute dazu sagen würde, würde er sie die halbe Nacht lang streicheln. „Nein, jetzt nicht!“ vermutlich. Er hatte sich lange gefragt, wann das „jetzt“ aufhört, und nun glaubte er, dass immer „jetzt“ sein würde. „

-Aus „Rimini“

Hans war wie gesagt der Einzige, der in mir ein bisschen Mitleid hervorrufen konnte. Überhaupt waren die Abschnitte mit ihm etwas entspannter, wenn ich es so ausdrücken darf. Besonders die Therapie-Gespräche mit seiner Therapeutin haben die ganze Situation etwas aufgeheitert. Mit persönlich hätte der Handlungsstrang rund um Hans völlig gereicht, aber so musste ich mich durch Mashas Sexleben durchquälen und Alexanders übertrieben Fürsorge ertragen. Ja, ertragen! Nicht nur Barbara blieb da die Luft weg, auch mir! Das Familiengeheimnis war übrigens sehr vorhersehbar.

Von dem angepriesenen Humor habe ich leider auch nicht wirklich etwas mitbekommen. Die Gespräche mit Hans und seiner Therapeutin, waren zwar durchaus unterhaltsam, aber als wirklich humorvoll würde ich sie nicht bezeichnen. Lachen musste ich nur einmal, und das war kurz vor Ende des Buches. Ich möchte nicht sagen, dass daran nicht auch meine Laune schuld war, aber wenn man von Beginn an eher enttäuscht von einem Buch ist, dann muss da schon ein echter Brüller kommen, um meine Laune zu bessern…Vielleicht habe ich auch einfach nicht die richtige Art von Humor? Aber irgendwie war der Roman für mich auch nicht stimmig. Es lief nicht wirklich auf etwas hinaus, hatte keine richtige Mitteilung an den Leser (zumindest keine, auf die wirklich hingearbeitet wird). Mir kam beim Lesen folgendes Bild in den Sinn: Eine umgefallene Flasche, aus der langsam das Wasser hinaus fließt. So habe ich dieses Buch empfunden, auch wenn die letzten 30 Seiten dann noch etwas besser wurden. Sehr schade!

Fazit Ich persönlich konnte weder mit den Charakteren noch mit der Story etwas anfangen. Der Erzählstrang rund um Hans hätte mir vollkommen ausgereicht, so hatte ich aber das Gefühl, dass das Buch irgendwie in sich nicht ganz stimmig ist. Auch den angepriesenen Humor habe ich vermisst und so wurde das Buch für mich leider zu einer Enttäuschung!



„Rimini“ | Sonja Heiss | KiWi Verlag | 400 Seiten

 

Weitere Meinungen:

Positive Rezension: Feiner reiner Buchstoff / Lillis Buchseite

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