„Die Zauberflöte“ von W.A. Mozart und Emanuel Schikaneder

Ich bin nicht nur Fan von klassischer Literatur, sondern auch von klassischer Musik. Da eignet sich doch eine Oper perfekt um beide Künste zu vereinen! „Die Zauberflöte“ von Mozart zählt zu den bekanntesten Opern der Welt und ist sowohl bei alt als auch bei jung bekannt. Ich erinnere mich noch daran, das Kindertheater bei uns in der Stadt dazu gesehen zu haben. Der Text der Oper, also das Libretto, stammt aus der Feder von Emanuel Schikaneder, welcher bei der Uraufführung auch den Papageno spielte. Aprospos Uraufführung: „Die Zauberflöte“ war Mozarts letztes Werk, denn kurze Zeit nach der Uraufführung in Wien verstarb er.

Vor kurzem habe ich „Die Zauberflöte“ als Reclam-Ausgabe gelesen. Was ich etwas schade finde, ist die Tatsache, dass Schikaneder „nur“ auf der zweiten Seite als Texter erwähnt wird. In einer Textausgabe steht jedoch eben dieser Text im Vordergrund, von daher hätte ich es schön gefunden, wenn der Name bereits vorne auf dem Büchlein gestanden wäre.

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Worum geht’s? Die Tochter der Nachtkönigin, Pamina, wird von dem Fürsten Sarastro entführt. Der Prinz Tamino, welcher zufällig auf die Königin trifft, wird von dieser ausgesandt um sie zu retten. Zur selben Zeit am selben Ort befindet sich auch der Vogelfänger Papageno. Da ihm eine Frau seinesgleichen versprochen wird, begleitet er Tamino auf seine Reise.

Ich lese die Reclam-Heftchen immer sehr gerne als kleinen Snack zwischendurch. Auch die Zauberflöte liest sich mit ihren knapp 80 Seiten und der einfachen Sprache sehr schnell. Der Text an sich ist, größtenteils mit Reimen, sehr gut zu verstehen und daher auch für jeden zugänglich. Zuvor hatte ich bereits andere Werke wie zum Beispiel „Faust“ von Goethe gelesen, die natürlich voller Metaphern und anderer Stilmittel stecken, natürlich handelt es sich dabei auch um keine Oper. Goethe wähle ich übrigens nicht umsonst als Beispiel: Er war so begeistert von Mozarts Oper, dass er eine Fortsetzung dazu schrieb. Ein Teil davon ist ebenfalls in der Reclam-Ausgabe zu finden und ich persönlich habe das Gefühl, dass der Text hier schon einen Ticken anspruchsvoller wird.

In diesen heil’gen Mauern,
Wo Mensch den Menschen liebt,
Kann kein Verräter lauern,
Weil man dem Feind vergibt.
Wen solche Lehren nicht erfreun,
Verdienet nicht, ein Mensch zu sein.

-Seite 50, 2. Aufzug, Zwölfter Auftritt, Arie

Ich selbst habe diesen Text sehr gerne gelesen und fand ich durchaus unterhaltsam – nicht zuletzt wegen der amüsant-feigen Art von Papageno. Ich kann mir gut vorstellen , dass auch noch andere Libretti mein Bücherregal besiedeln werden  – „Carmen“ von Bizet wartet bereits auf mich. Der Unterschied zu anderen Theater-Texten oder Dramen liegt hier wahrscheinlich in der Unterhaltungsform. Hier steht natürlich eigentlich das musikalische Werk im Vordergrund, da währen unzählige Metaphern und ähnliches in den  Dialogen vielleicht etwas Fehl am Platz. Übrigens kann ich euch an dieser Stelle empfehlen, dass ihr euch ein bisschen die Oper anhört, falls ihr vorhabt den Text zu lesen. Mir hat das geholfen, die Dialoge von der Stimmung her besser einzuschätzen. Außerdem habe ich irgendwann immer angefangen,mir vorzustellen, wie der Text gesungen wird. Ich lag ganz schön daneben mit der Melodie!

Habt ihr schon einmal ein Libretto gelesen?


„Die Zauberflöte“ | W.A. Mozart / E. Schikaneder | Reclam Verlag | 80 Seiten

 

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