„Ben Hur“ von Lewis Wallace – Klassiker der Bücherwelt

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Vor ein paar Monaten hat mein Vater mir einen ganzen Haufen an alter Bücher mitgegeben, darunter viele Klassiker. Dazu gehört unter anderem auch das Buch um das es heute gehen soll: „Ben Hur“ von Lewis Wallace, das mehreren gleichnamigen Filmen zur Vorlage diente, unter anderem der Version von 1959 die mit 11 Oscars ausgezeichnet wurde. Es hat etwas gedauert, aber nun habe ich es endlich beendet und kann euch im Folgenden berichten:

Worum geht’s? Ein Missgeschick wird dem kleinen Judah Ben Hur und seiner jüdischen Familie zum Verhängnis. Wir befinden uns zur Zeit Christi, zur Zeit der Römer, und ein angebliches Attentat verbannt den kleinen Jungen zur Strafe auf die Galeeren. Wider Erwarten überdauert der Junge seine Bestrafung und schwört Rache an den Römern, allem voran seinem ehemaligen Freund Messala. Da kommt die Nachricht, dass der König der Juden gekommen sei, um sein Volk gegen die Römer anzuführen, gerade recht.

IMG_20171126_233130_062Eng verbunden mit der biblischen Geschichte um Jesus, ist dieses Buch etwas besonderes. Ich bin zwar nicht gläubig, aber dennoch habe ich die Ereignisse der Geschichte aufmerksam mitverfolgt. Besonders der Einstieg in den Roman hat mir gut gefallen. Hier begleiten wir die aus der Bibel bekannten heiligen drei Könige Melchior, Balthasar und Kaspar, wie sie sich auf dem Weg zur Grippe nach Bethlehem machen. Ich war selbst ganz erstaunt darüber, wie flüssig sich der Text liest, immerhin ist dieser bereits 1880 verfasst worden und die Sprache dementsprechend auch etwas anspruchsvoller. Die Geschichte selbst würde ich nicht unbedingt als spannend bezeichnen, aber sie ist auch nicht langweilig. Dennoch musste ich das Buch mehrere Male weglegen, da es eben stellenweise recht anstrengend werden konnte. Hier möchte ich noch kurz erwähnen, dass ich eine etwas ältere Ausgabe aus dem Droemer Knaur Verlag besitze, die es so nur noch gebraucht zu kaufen gibt. In wie fern neuere Ausgaben in Bezug aus die Sprache verändert wurden, kann ich daher leider nicht beurteilen.

„Wenn der verheißene Erlöser ein König sein sollte, so setzte ein König ein Reich voraus. Er würde ein Krieger sein , ruhmreich wie David, ein Herrscher , weise und glanzumstrahlt wie Salomo. Das Reich würde eine Macht sein, an der Rom zerschellte. Ein gewaltiger Krieg, mit all den Todesnöten und Geburtswehen würde entbrennen, und dann würde der Friede kommen und mit ihm die immerwährende Herrschaft der Juden.“

S. 140

Die Geschichte behandelt unter anderem die Themen Rache und Vergebung, zu einem kleinen Teil auch die Liebe. Wer vorhat das Buch zu lesen, kann sich also auf einige zitierfähige Passagen bereit machen. So schön diese Themen hier auch bearbeitet werden, hätte ich mir dennoch  gewünscht, dass das Thema der sozialen Verhältnisse zwischen Römern und Juden noch etwas mehr ausgearbeitet wird.

Die Atmosphäre im Buch ist Wallace wirklich gut gelungen, denn zusammen mit den vielen Weisheiten die er aus Balthasars Mund erklingen lässt, fühlte ich mich oft in den alten Orient oder das alte Rom versetzt. Laue Abende und sternenfunkelnde Nächte auf einem alten orientalischen Hausdach: Davon könnte ich noch ewig träumen!

Fazit Ein Klassiker aus dem 19. Jahrhundert, der sich erstaunlich flüssig lesen lässt und durchweg interessant ist. Dennoch kann die veraltete Sprache den Lesegenuss etwas stören, wenn man diese nicht gewohnt ist. Auch wenn wir hier keine große Spannung erwarten dürfen, finde ich diese Geschichte durchaus gelungen und kann sie jedem Klassiker-Fan weiterempfehlen.


„Ben Hur“ | Lewis Wallace | Droemer Knaur Verlag | 276 Seiten

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