Für wen schreibst du eigentlich? [Gedankenfragmente #2]

Ein neuer Beitrag zu meinen Gedankenfragmenten! Noch immer liegen viele angefangene Beiträge, unvollendete Gedanken auf meinem Desktop herum. Und ich habe mich dazu entschieden, diese Müllhalde zu entrümpeln und die eingestaubten Beiträge zu veröffentlichen. Komme was wolle. Dann ist das eben nur halbfertig… Mut zur Hässlichkeit!

Für wen schreibst du eigentlich? 

Jedem Blogger fällt auf anderen Blog etwas auf. Etwas positives, etwas negatives. Etwas gestalterisches, etwas technisches. Auch mir fallen Dinge auf, besonders, weil ich in meiner schulischen Ausbildung mit Medien & Design zu tun hatte. Immer wieder wollte ich hierzu einen Beitrag schreiben, aber dann denke ich mir: Vieles ist Geschmackssache und außerdem gibt es auch zu diesem Thema schon Beiträge wie Sand am mehr. Da brauch jetzt nicht auch noch ich meinen Senf dazu geben.

Also gehen wir mal von dem ganzen technischen und gestalterischen weg. Was mir persönlich immer wieder auffällt – auch bei meinem eigenen Blog – ist die Frage nach der Zielgruppe meiner Beiträge, vor allem meiner Rezensionen. Ein Beitrag wie dieser hier, den ihr jetzt gerade lest, ist natürlich an euch Blogger gerichtet. Überhaupt ist natürlich die Blogger-Community, im Besonderen die der Buchblogger, meine Hauptleserschaft. Aber wenn ich Beiträge schreibe, versuche ich immer auch daran zu denken, dass hier ab und zu auch mal Leser über die Seite stolpern, die nichts mit der Blogger-Welt am Hut haben. Gerade Leser, die einfach gerne eine Rezension zu einem Buch lesen möchten. Immer wieder steht in der spionierenden Analyse von WordPress das ein oder andere auf die Website-leitende Suchwort, dass explizit nach einer Rezension zu dem Buch soundso frägt. Und das sind in meinen Augen die Leser, auf die ich mich konzentrieren möchte, wenn ich Rezensionen schreibe. Damit meine ich nicht, dass ich nicht möchte, dass auch ihr als Buchblogger weiterhin meine Beiträge lest, das wäre natürlich quatsch, aber ich meine damit die Formulierungen der Rezensionen.

Ich möchte auch schon im Voraus sagen, dass ich hier an keine bestimmte Person denke, es ist mir einfach nur schon einige Male aufgefallen. Und zwar, lese ich immer wieder Rezensionen, die weder Buchtitel noch Autor oder sonst was im Beitragtitel erwähnen, dass in irgendeiner Art und weise darauf schließen lässt, dass es sich bei diesem Beitrag um eine Rezension handelt. Klar, wenn ich als Bloggerin weiß, dass der andere Blogger so verfährt und meist dabei auch gute Beiträge entstehen, klicke ich auf eben diesen Beitrag. Aber meistens lese ich einfach über solche Beiträge hinweg. Ein Nicht-Blogger, der auf Google nach einer Rezension zu einem Buch, z.B. Der Schwarm, sucht, wird wahrscheinlich eher auf den Link „Rezension zu…“ oder „Der Scharm von F. Schätzing“ oder ähnlichem klicken, als auf einen Link der einfach nur heißt „Tiefes Grauen“, „ Sci-Fi Rezension“ und damit einen Titel angibt, der nur etwas Interpretatives aussagt. Versteht ihr was ich meine? Vielleicht ein zweites Beispiel: Jemand schreibt in den Beitragstitel „Sommermärchen“. Das Buch heißt nicht so, und da kein Autor dabei steht, und auch kein Hinweis auf eine Rezension, kann ich natürlich nicht wissen, dass es sich hierbei um eine Rezension zu dem Buch „A & B Forever“ handelt. Wie gesagt, ich meine so etwas nicht böse, eher als gut gemeinten Tipp. Natürlich soll ein Titel auch ein Eye-Catcher sein, aber ist das bei einer Rezension wirklich nötig? Reichen dafür nicht Titel und Autor schon aus?

Noch etwas zum Schluss, das speziell Rezensionen betrifft. Auch hier sollte man an Nicht-Buchblogger denken. Mir ist schon die ein oder andere Rezension begegnet, in der einfach komplett auf eine Inhaltsangabe verzichtet wurde. Wieso??? Geht immer davon aus, dass jemand euren Beitrag lesen könnte, der selbst von dem bekanntesten Buch noch nie etwas gehört hat. Ich bekomme die Krise wenn ich Rezensionen lese, die in keiner Weise auf den Inhalt des Buches eingehen, sondern einfach direkt damit anfangen, wie sie das Buch fanden. Damit meine ich, dass bei bekannten Büchern manchmal einfach davon ausgegangen wird, dass jeder weiß, worum sich die Story dreht. Aber nicht jeder Mensche weiß, dass sich in Twilight ein Vampir in einen Menschen verliebt, oder dass Harry Potters größter Feind Lord Voldemort ist. Na gut, vielleicht schon, aber ihr wisst was ich meine, oder? Da es hier schon Verwirrungen gegeben hat: Ich meine damit nicht, dass ich es blöd finde, wenn jemand nachdem er bereits eine Inhaltsangabe geschrieben hat, nicht nochmal in seiner Rezension, also dem eigentlichen Meinungsteil, den Inhalt wiedergibt. Im Gegenteil, das finde ich eher negativ. Aber wie gesagt, zu solchen Dingen gibt es schon genügend Beiträge.

Wir Blogger bloggen nicht nur für anderen Blogger, oder? Wir bloggen auch für andere Menschen, die vielleicht mehr oder weniger zufällig auf unserer Seite landen.



Wie immer bin ich gerne zur Diskussion in den Kommentaren bereit! Ich hoffe wie gesagt, dass das niemand in den falschen Hals bekommt!

24 Kommentare Gib deinen ab

  1. fraggle sagt:

    Also, ich verwende Buchtitel, Autor UND eine zum Buch passende Überschrift. 😉

    Mir persönlich sind noch keine Rezensionen ohne Angabe des Titels oder des Autors oder einer Inhaltsangabe begegnet, aber ich weiß, was Du meinst, denn wenn ich näher drüber nachdenke, bin ich mir sicher, dass ich in dem betreffenden Blog nicht weiterlesen würde, wenn man dort nicht mal die Angabe von Autor, Titel und Inhalt für nötig hält.

    Ein mir häufiger begegnendes Ärgernis dagegen sind Rezensionen, deren Text zur Hälfte aus der Beschreibung des Covers besteht! Darauf kommt es doch nur wirklich nicht an. Was bringt mir ein schönes Cover, wenn das Buch unsagbar schlecht ist? Oder wie ich mal so schön sagte: „Wenn ich mir im italienischen Restaurant um die Ecke eine Lebensmittelvergiftung hole, dann lobe ich in dem Zusammenhang doch auch nicht die hübsche rot-weiße Tischdekoration!“

    Aber das soll jede/r halten, wie sie oder er will!

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo! Das ist natürlich die beste Lösung! Wie gesagt, ich sehe es ab und zu, aber auch nicht mega häufig!

      Das mit dem Cover denke ich mir auch manchmal, aber du sagst es ja schon: Jeder wie er will! Ich meine, wenn das Cover total irreleitend ist, kann man das schon Mal erwähnen, aber ansonsten scroll ich da immer weiter.

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  2. bibliophilie sagt:

    Vorab: bei dem Wort „frägt“ musste ich total lachen, ich bin eine Hamburgerin im Schwabenländle und meine beste Freundin sagt auch immer frägt, was ich erst später als Dialekt identifizieren konnte 😀

    Ja, du hast schon Recht mit vielem was du sagst. Ich persönlich nehme immer Autor und Titel direkt als Beitragstitel, Rezension allerdings schreibe ich nicht dazu, ich bilde mir ein, dass es reicht den Beitrag in der Kategorie „Rezensionen“ anzuzeigen. Ich sehe in Blogs auch viel Blogger-Slang, mein Freund zum Beispiel versteht das überhaupt nicht und ich nehme an viele andere „außenstehende“ auch nicht. Da muss man sich manchmal bremsen, sowas merkt man selber oft gar nicht 😀

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo!

      Ja ich muss selbst manchmal nachdenken, ob das jetzt ein schwäbisches Wort ist oder nicht, aber selbst dann kommt hin und wieder mein Dialekt durch! Mein Onkel kommt auch aus Hamburg und der bekommt inzwischen die Kriese wenn meine Mutter und ich ihn besuchen kommen 😀

      Ich schreibe auch nie „Rezension“ dazu, das war nur als Beispiel gedacht, dass es eben deutlicher gehen kann als irgend ein Wort hinzuschreiben 🙂

      Das mit dem Blogger-Slang ist auch noch ein guter Punkt, da hast du recht! Ich ertapp mich auch manchmal dabei, wie ich nur SUB schreibe, ohne eine Erklärung oder sonst was. Ich versuch mich zu bessern 🙂

      Liebe Grüße!

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  3. angeltearz sagt:

    Hey,

    das was du schreibst sehe ich leider auch sehr häufig. Ich finde das immer so schade, weil ich mich dann auch frage, ob der Schreiberling des Blogs sich nicht den Kopf darum macht. Einfach schreiben und nur nicht darüber nachdenken.

    Ich finde es sehr wichtig, dass auch Nicht-Blogger meine Beiträge mit der Überschrift einordnen können. 😉

    Hab einen tollen Abend.

    Ganz lieben Gruß
    Steffi von angeltearz liest

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo Steffi!

      Ich mein, diese Blogger machen sich ja schon auch Gedanken, aber dann eben kreative und nicht unbedingt sinnvolle 🙂

      Dir auch einen schönen Abend & liebe Grüße!

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  4. Jennifer sagt:

    Hallo Pia,

    interessanter Gedankenschnipsel! 🙂
    Ich stolpere auch manchmal über Rezensionen, bei denen ich einfach nur die Augen verdrehen kann. Inzwischen schmeiß ich die dann auch direkt aus dem Reader. Ich hab einfach zu wenig Zeit für lieblose Beiträge oder halbherzige „Ich fand das Buch klasse“ ohne irgendwelche Begründung.

    Was mir besonders oft auffällt, ist, dass Blogger oft ja gar nicht die Interaktion mit Nicht-Bloggern zu suchen scheinen. Ich wünsche mir immer, dass mal jemand ohne Blog bei mir kommentiert, aber dazu muss ich wohl noch eine ganze Weile wachsen.
    Aber nahezu alle Beiträge (bei mir wie bei anderen) richten sich ja zuerst einmal an jene, die viel diskutieren wollen. Und die haben eben in der Regel schon einen Blog…
    Die Frage ist daher, ob es denn schlimm ist, wenn man vor allem für andere Blogger bloggt. Denn im Grund bloggen wir ja alle für uns selbst 😉
    VG Jennifer

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo Jennifer!

      Ja, ich denke dass viele Menschen die keinen Blog haben, vor allem kein WP, einfach durch das Kommentar-Formular gehemmt werden, sich an einer Diskussion zu beteiligen. Zumindest war das bei mir früher so. Aber das ein oder andere Mal hatte ich schon Nicht-Blogger-Kommentare, was mich dann immer sehr freut. Grundsätzlich geht es mir allerdings auch weniger darum, mehr Kontakt zu diesen Menschen herzustellen. Mir ging es hier vor allem um Die Formulierungen unserer Beiträge, insbesondere eben um die Rezensionen, daher das Beispiel mit „Der Schwarm“.

      Natülich kommt es dann auch immer noch auf den Bloginhalt an sich an. Es gibt ja auch viele Blogger, die gezielt an ihre Blogger-Community schreiben, zum Beispiel wenn es eher persönliche Blogs sind.

      Wie bereits gesagt, ist natürlich die Bloggerschaft der Hauptteil der Leser, was natürlich alles andere als schlecht ist, aber ich finde es trotzdem besser, wenn man gerade bei Rezensionen auch daran denkt, dass vielleicht noch andere Personen diese Beiträge lesen. Nicht unbedingt wegen einer Diskussion, sonder im allgemeinen. Weiter oben im Kommentar wurde z.B. noch das Argument erwähnt, dass viel zu oft nur Blogger-Slang benutzt wird. Meine Mutter – die fleißig meinen Blog liest – meinte auch schon, sie musste erst mal googlen, was SUB bedeutet…

      Aber am Ende hast du recht: In erster Linie bloggen wir für uns selbst!

      Liebe Grüße & einen schönen Abend!

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  5. Hey!
    Insbesondere der Teil mit den Überschriften von Rezensionen ist mir schon mehrfach aufgefallen.
    Du hast recht – wir wissen vielleicht, dass es sich um eine Rezension handelt. „Normale“ Leser aber vielleicht nicht.
    Umso wichtiger finde ich es demnach, Beiträge genau zu kennzeichnen.
    Ich hatte mal den Fall, dass eine Arbeitskollegin am Handy durch meinen Blog gescrollt hat.
    Sie stellte viele Verständnisfragen, zB wobei es in dem und dem Beitrag geht, was damit gemeint sei, warum ich dies oder jenes mache.
    Sowas wirft nochmal ein ganz anderes Licht auf den eigenen Blog, man hat ja selbst oft ein Brett vor dem Kopf.
    Seit dem stelle ich mir immer die Frage: angenommen, das liest ein Arbeitskollege, oder deine Mutter, oder die Nachbarin. Wissen sie, was gemeint ist?

    Liebe Grüße,
    Nicci

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo Nicci,
      Danke für deinen Kommentar 🙂 Ich muss immer daran denken, dass ich früher sehr oft das Wort „SUB“ in meinen Titeln hatten. Das sagt einem Nicht-Blogger meistens ja überhaupt nichts. Das ist mir aber auch erst aufgefallen, als meine Mum mich mal darauf angesprochen hat. Ich finde, man sollte -so wie du es ja im Prinzip sagst- immer von einem unwissenden Leser ausgehen.

      Liebe Grüße,
      Pia

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      1. Das stimmt, mittlerweile schreibe ich wenigstens oben im ersten Abschnitt, was die Abkürzungen so bedeuten.

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  6. Bücherwürmchen sagt:

    Das sehe ich auch so. Zwar sehe ich weniger Blogs, die den Titel des Buches nicht in ihre Überschrift packen, dafür begegnen ir abber Blogger, die einen speziellen Namen für Rezensionen verwenden, und dann kommt eben das Wort „Rezension“ nicht vor. Das ist sicher auc nicht gut. Danke für deinen Beitrag 🙂

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo!
      Danke für deine Zustimmung! Ich denke, das Wort Rezension muss nicht mal unbedingt drinstehen, das mach ich zum Beispiel auch nicht. Wenn man Autor und Bichtitel erwähnt reicht das meistens ja schon vollkommen aus, aber wie gesagt, habe ich es schon ein paar Mal anders erlebt. Im Detail ist es dann natürlich Geschmackssache.

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      1. Bücherwürmchen sagt:

        Das stimmt, das ist schließlich die Freiheit eines jeden Bloggers 🙂

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  7. Hallo Pia
    Ich bin über Niccis Beitrag hier zu deinem gekommen und bin froh, drauf angestuppst worden zu sein 🙂 Mir gefällt dein Beitrag sehr gut, ich halte die Entschuldigungen auch für unnötig. Es ist m. E. durchaus legitim auf solche Punkte hinzuweisen, schließlich möchte doch jede(r) auch Leser*innen haben.

    Ich habe mir auch schon häufig Gedanken über meine Zielgruppe gemacht und meine, wenn ich meine Zugriffe so sehe, dass ich sehr viele Nicht-Blogger*innen unter meinen Leser*innen habe. Das freut mich total, denn die Mischung macht es und zeigt mir, dass meine Inhalte auch für Menschen außerhalb der sogenannten Blogosphäre interessant sind.

    Und ich werde mich in Sachen Beitrags-Titel auch nochmal an die eigene Nase fassen und drüber nachdenken, ob ein Hinweis wie „Rezension“, „Comic“ oder auch z. B. ein bestimmtes Genre nicht sogar im Titel schon ganz gut wäre.

    Liebe Grüße und danke für die Inspirationen,
    Sandra

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo Sandra,
      Danke für deinen lieben Kommentar! Ich denke, es ist gar nicht so wichtig, dass explizit das Wort Rezension im Titel steht, sondern zumindest der Buchtitel. Das mit dem Genre ist dennoch eine gute Idee, da man sich unter einem Titel alleine natürlich nicht immer das Genre vorstellen kann.

      Liebe Grüße,
      Pia

      Gefällt 1 Person

  8. Du sagst in deinem Beitrag, dass du es ‚doof‘ findest, wenn jemand den Inhalt eines Buches nicht angibt.
    Reicht dir da der Klappentext oder bist du der Meinung, dass man den Inhalt in eigenen Worten wiedergeben sollte?

    LG Becky

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo Becky!

      Das wie ist eigentlich egal, wobei ich selbst meistens eigene Inhaltsangaben schreibe. Aber manche Leute schreiben einfach überhaupt nichts, sonder fangen direkt mit dem “ Der Teil hat mir gut gefallen“ etc an.

      Grüße!

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      1. Ja, so ein wenig sollte schon drin stehen 😊

        Gefällt 1 Person

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