„Phantom“ von Jenk Saborowski

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nachdem es hier in letzter Zeit etwas ruhiger war, kommt heute endlich wieder eine Rezension!“Phantom“ von Jenk Saborowski erschien im Jahr 2015 und ist der vierte Teil aus der Solveigh-Lang-Reihe. Wie immer, habe ich erst beim Lesen entdeckt, dass es sich um eine Reihe handelt, aber ich denke nicht, dass es schlimm ist, die anderen Teile davor nicht zu kennen.

Worum geht’s? Drei Jugendliche werden aus Deutschland in den Irak geschickt, um dort das Handwerk des Terrors zu erlernen. Zurück in Deutschland planen sie einen Anschlag, der hunderte von Menschen in den Tod schicken soll. Damit sie nicht gefunden werden, entsagen sie sämtlicher Technik: Keine Handys, Kein Internet. Solveigh Lang vom ECSB und ihr deutscher Kollege Paul Regen vom LKA versuchen mit allen Mitteln die Terroristen zu schnappen bevor es zu spät ist.

IMG_20170828_183316_961Die Geschichte ist in drei „Bereiche“ aufgeteilt. Auf der einen Seite haben wir die Agentin Solveigh Lang, die zunächst in Venezuela Informationen beschafft. Dann wären da noch Paul Regen und sein Team in München, die an einem Anti-Terror-Programm teilnehmen und zuletzt begleiten wir die Terroristen Hadi, Saif und Jafar dabei, wie sie ihre Pläne schmieden. Solveigh Lang und Paul Regen befassen sich im Buch erst recht spät mit den drei Terroristen, davor sind sie noch mit anderen Angelegenheiten beschäftigt. Paul Regen nimmt an einem Programm mit dem Namen „Phaidon“ teil, in dem die Situation eines Terroranschlags nachgeahmt wird. Ich fand die Idee eigentlich recht interessant, aber es hat sich einfach wie ein Lückenfüller angefühlt. Abgesehen vom Thema, hat das ganze nichts mit dem späteren Fall zu tun. Die Idee von „Phaidon“ hätte man auch in ein eigenes Buch packen können. Gleichzeitig hätte die „Phantom“-Situation der Terroristen besser ausgebaut sein können. Ein bisschen mehr davon, wie sie Alternativen zur gängigen Technik finden.

Der Thriller ist in 116 Kapitel, Prolog und Epilog unterteilt. Die Kapitel sind alle sehr kurz, oft keine zwei Seiten lang. Ein Kapitel beschreibt einen Ort und eine bestimmte Uhrzeit. Ich persönlich bin kein Fan davon, wenn in einem Kapitel die Exakte Uhrzeit steht und in Klammern dahinter noch, wie viel Zeit seit dem letzten Kapitel vergangen ist. Ich lese grundsätzlich über Uhrzeiten hinweg, da ich sie eher als störend empfinde. Die Zeitdifferenz an sich hätte völlig ausgereicht.

Die Spannung blieb leider größtenteils aus, da es auch nicht wirklich eine Ermittlungsjagd gab. Wie bereits gesagt, befassen sich Lang und Regen erst recht spät mit dem geplanten Terroranschlag. Die Story und ich wurden einfach nicht warm miteinander. Doch die Spannung kam dann gegen Ende doch noch auf und mit ihr dieses ungute Gefühl. Wenn man bedenkt, was in Europa in den letzten 2 Jahren alles passiert ist, kann man sich vorstellen, dass der Inhalt dieses Buches nicht spurlos an einem vorbei geht. Obwohl der Autor die Ereignisse recht nüchtern beschreibt, hat man doch ein mulmiges Gefühl. Er muss das alles nicht emotional beschreiben, man weiß auch so, dass es grauenvoll ist. Diesbezüglich finde ich auch, dass der Autor sich für das richtige Ende entschieden hat. Aber dazu möchte ich natürlich nicht mehr verraten.

Fazit Wirklich mitreisen konnte mich „Phantom“ nicht, da die Spannung größtenteils ausblieb. Meiner Meinung nach hat Jenk Saborowski hier viel Potential verschenkt. Dennoch betreffen einen die Ereignisse, nicht zuletzt deshalb, weil wir auch in der realen Welt von diesen schrecklichen Taten mitbekommen.


„Phantom“ | Jenk Saborowski | Piper Verlag | 464 Seiten

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. laberladen sagt:

    Ich war ganz erstaunt, dass es schon 4 Bände dieser Reihe gibt. Hatte ich doch gerade erst den ersten Band „Operation Blackmail“ gelesen? … ach nee, das war ja schon 2014, ups, wie schnell die Zeit rennt.
    Nun habe ich mir nochmal meine Rezension zum ersten Band herausgesucht und festgestellt, dass ich nicht rundherum glücklich damit war. Viel Action, aber blasse Charaktere oder wenigstens welche, mit denen ich nicht warm werden konnte. Vieleicht habe ich deshalb den zweiten Band, der schon lange zum lesen hier liegt, noch nicht angefasst? Nachden Du Dich jetzt auch über Band 4 nicht in Lobeshymnen ergehst, bin ich tatsächlich in Versuchung, diese Reihe nicht weiterzulesen.
    Es gibt ja so viele Bücher, die einfach perfekt meinen Lesegeschmack treffen und ich bin immer weniger bereit, mich mit Büchern abzugeben, die das eben nicht tun.

    Liebe #litnetzwerk-Grüße von

    Gabi

    Gefällt 1 Person

    1. Pialalama sagt:

      Hallo Gabi!
      Ich finde, man muss auch nicht jede Reihe nur der Vollständigkeit halber lesen, wenn die Bücher einem nicht so wirklich zu sagen. Schade, dass die Reihe nicht so toll zu sein scheint. Ich werde mir wohl auch keine weiteren Teile zulegen…

      Liebe Grüße,
      Pia!

      Gefällt 1 Person

  2. Corinna sagt:

    Hallo Pia,
    ich habe den ersten Teil der Reihe „Operation Blackmail“ als Hörbuch gehört. Es war nicht schlecht, hat mich aber auch nicht so mitreißen können, dass ich mit Teil zwei weitergemacht hätte. Scheint sich nicht so viel geändert zu haben. Zudem gab es einige logische Lücken.
    Viele Grüße, Corinna

    Gefällt 1 Person

    1. Pialalama sagt:

      Ja, ich denke es ist eher selten so, dass man eine großartige Steigerung bei einer Reihe erwarten kann. Zumindest was den Stil angeht.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s