„Limit“ von Frank Schätzing

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„Limit“ ist mein dritter Schätzing-Roman. Von „Der Schwarm“ war ich absolut begeistert, „Breaking News“ hingegen konnte mich eher weniger überzeugen. Dies lag nicht zuletzt an den unglaublich langen Geschichts-Stunden. Ich war also sehr gespannt auf „Limit“ und seine 1312 Seiten. Wie der Thriller mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden:

Limit
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Worum geht’s? Jahr 2035: Eine Gruppe reicher und bekannter Leute macht sich auf zu einer Reise zum Mond. Während sie sich von Julian Orley, dem Mann der hinter dieser Reise steht, bequatschen und in eine neue Welt führen lassen, stößt in China eine Dissidentin auf ein unglaubliches Geheimnis und verschwindet spurlos. Hinter ihr her sind ein Familienfreund und der Detektiv Jericho, aber auch ein Feind, der alles dafür tun würde, um die Geheimnisse vor der Welt zu bewahren. Es beginnt eine rasante Hetzjagd um den Globus und schon bald breitet sie sich auch auf lunarer Ebene aus. Als wäre das nicht schon Ärger genug, kommt es in der Familie Orley zu einem verhängnisvollen Drama, da der größenwahnsinnige Julian in seiner Tochter Lynn scheinbar nichts anderes als die fleischgewordene Perfektion sieht. Diese verliert jedoch von Minute zu Minute immer mehr den Hang zur Realität.

Das Buch ist zunächst in zwei Handlungsstränge unterteilt. Auf der einen Seite begleiten wir die Familie Orley zusammen mit ihren Gästen auf ihrer Reise zum Mond. Wir lernen die unterschiedlichen Teilnehmer kennen und die Hintergründe zu dieser außergewöhnlichen Reise. Auf der anderen Seite erleben wir eine spannende Suche nach der Dissidentin Yoyo die in Besitz einer geheimnisbergenden Datei gelangt ist. Während der „Mond“-Teil zu Beginn eher ruhig gehalten ist, konnte ich im „China“-Teil vor lauter Spannung kaum ruhig sitzen. Es entwickelt sich eine wahre Hetzjagd und wie es ebenfalls zu einem Schätzing Roman gehört, wird auch hier vor brutalen Todesfällen kein Halt gemacht. Nach ca. 200 Seiten wird im Roman erstmals deutlich, dass hier etwas im Busch ist. Wie genau aber die beiden Handlungsebenen Zusammenhängen wird erst nach ca. 700 Seiten klar. Da der China-Teil hier zunächst einen sehr großen Teil einnimmt, gerieten die Mond-Besucher bei mir ab und zu in Vergessenheit. Aber bei der Spannung war das nicht ganz so tragisch.

Ich brauch es eigentlich gar nicht zu erwähnen, aber auch hier hat Herr Schätzing wieder exzellente Recherche-Arbeit an den Tag gelegt. Den Leser erwarten viele Information zur Energie-Wirtschaft und Politik, speziell zur chinesischen. Hierbei wird jedoch nicht nur auf die aktuelle Situation eingegangen, sondern ebenfalls auf bereits vergangenen Jahren aufgebaut. Die umfassenden Details und Ausschwärmungen in verschiedenste Spezialgebiete sind ein wahres Erkennungszeichen seiner Romane. Nichts desto trotz, stelle ich mir auch hier wieder die Frage, ob all das wieder nötig war. Das Buch hätte ruhig 200 Seiten kürzer sein können. Es stört einfach immer wieder den absolut spannenden Plot. Aber vielleicht  wird unser Adrenalin-Spiegel  hier auch gezielt auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Zu welchem Zweck auch immer…

Ebenfalls typisch für Schätzing: Es prasseln wieder unglaublich viele Namen auf einen ein, am Ende gibt es hierzu sogar extra ein Register. Doch trotz der Menge an Charakteren, die alle ihren Platz in der Geschichte einnehmen, hat es sich Schätzing nicht nehmen lassen, allen ein gut ausgebautes Leben einzuhauchen. Hierbei sind mir vor allem der Chinese Tu Tian, Lynn Orley, und Kenny Xin aufgefallen, deren Persönlichkeiten am meisten herausstechen. In diesem Punkt bin ich ein absoluter Schätzing-Fan. Ebenso gut ausgebaut ist auch die Zukunftswelt mit modernen Technologien wie Hologramme, private Überschall-Jets, Gedächtniskristalle etc.

Noch kurz etwas zum Ende: Das hat mir hier deutlich besser gefallen als bei „Der Schwarm“. Zunächst dachte ich, dass es auch schon wieder  in die Länge gezogen wird, aber dann war da so ein Satz wo man denkt:“ Ah stimmt ja, da war ja noch was!“. Das wird dann noch ganz geschickt und spannend aufgelöst und dann ist das Buch auch wirklich beendet. Keine langen innere Monologe, kein Gequassel über einen späteren Zeitpunkt…

Fazit Ein wahnsinnig spannender Plot mit vielen tollen Charakteren, die alle ihren Teil zur Geschichte beitragen. Trotz exzellenter Recherche wieder ein bisschen zu ausgedehnt, 200 Seiten weniger hätte es auch getan. Für Schätzing-Fans auf jeden Fall kein Fehlgriff, für „Neulinge“ vielleicht etwas ungewohnt anstrengend.


„Limit“ | Frank Schätzing | Fischer Taschenbuch Verlag | 1312 Seiten

Rezension zu „Der Schwarm“
Rezension zu „Breaking News“

 

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. solera1847 sagt:

    »Limit« kenne ich nur als Hörbuch, da hat es mir eigentlich sogar besser gefallen als »Der Schwarm«, das mir am Ende etwas zu breit ausgetreten wird. Bei »Limit« liegt der Fokus ja eher auf den Dingen, die die Menschen tatsächlich bewerkstelligen könnten (zumindest fast).

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo 🙂 Das Ende hat mir in „Limit“ tatsächich auch besser gefallen, das stimmt. Könnte ich vielleicht auch noch reinschreiben. Wenn ich’s mir grade so überleg, sieht es eh so aus, als würde mir das Buch nicht wirklich gefallen, dabei fand ich es ziemlich gut! Nur als Biologin gefällt mir natürlich die Thematik in „der Schwarm“ etwas besser. Ich konnte einfach nicht ganz so viel mit der ganzen Energie-Wirtschaft anfangen.

      Gefällt 1 Person

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