„Das Mädchen mit den Smaragdaugen“ von Carla Montero

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Einen schönen Samstag euch allen! Heute gibt es eine Rezension zu „Das Mädchen mit den Smaragdaugen“ von Carla Montero. Das Buch erschien 2013 auf deutsch und ist bisher der einzige Roman von Montero, der ins Deutsche übersetzt wurde. Für mich ist das Buch ein weiteres Beispiel dafür, dass es sich manchmal lohnt, bis zum Ende dran zu bleiben, auch wenn einem das Buch am Anfang nicht zusagt.

Worum geht’s? Die Spanierin Ana García Brest ist Kunsthistorikerin und wird eines Tages von ihrem deutschem Freund darum gebeten, ein altes Gemälde mit dem Namen Der Astrologe zu finden, von dem nicht einmal sicher ist, ob es überhaupt existiert. Die Spuren führen sie zunächst nach Frankreich und dort zurück in die Jahre der zweiten Weltkrieges. Ihre einzigen Anhaltspunkte sind der damalige SS-Sturmbandführer Georg von Bergheim und die Jüdin Sarah Bauer. Auf der Suche nach dem Bild, wird Ana immer mehr bewusst, dass hinter diesem ein großes Geheimnis zustecken scheint und  sie nicht die Einzige ist, die dahinter kommen will.

Das Mädchen mit den Smaragdaugen
Bildquelle

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der sich in 15 Jahrhundert in Italien abspielt und von dem Maler des Bildes erzählt. Man erfährt nicht direkt etwas zu dem Bild, nur, dass es ein großes und machtvolles Geheimnis in sich birgt. Der Rest des Buches ist dann in zwei zeitliche Ebenen aufgeteilt. Zum einen befinden wir uns in der Gegenwart bei Ana und ihrem Gehilfen Alain, die quer durch Europa reisen um das Bild zu finden. Auf der anderen Ebene befinden wir uns in den letzten Kriegsjahren bei Sarah Bauer und Sturmbandführer Georg von Bergheim, der ebenfalls auf der Suche nach dem Astrologen ist. Am Anfang dieser Kapitel stehen immer ein paar geschichtliche Informationen, die sich Schwerpunktmäßig vor allem auf die mit dem Krieg verbundenen Kunstraube beziehen. Diese Infos haben mir schon bei Hanni Münzers „Marlene“ sehr gut gefallen, da sie nicht direkt in die Geschichte eingebaut werden und dort zu einer unnötigen Ausdehnung führen, aber trotzdem wichtige Hintergrundinformationen geben und immer wieder klar machen, was für eine schreckliche Situation damals vorgeherrscht hat.

Die ersten 50 Seiten des Buches konnten mich nicht wirklich überzeugen und haben meine Gesichtszüge mehr als nur einmal entgleisen lassen. Das fängt schon damit an, dass das Wort „Süße“ einfach in jedem zweiten Satz vorkommt. „Süße“ wird Ana sowohl von ihrem Partner Konrad genannt, als auch von ihrem schwulen Freund Teo. Das war mir einfach ein bisschen zu viel. Aber es legt sich zum Glück wieder.  Dann hatte ich das Gefühl, das die Autorin hier ziemlich auf den Deutschen herumhackt und ihnen die schlechtesten Eigenschaften zuspricht. Und damit mein ich jetzt nicht die Stellen, bei denen wir uns im Krieg befinden.

Aber zum Glück habe ich weitergelesen! Die Geschichte um Sarah Bauer und Georg von Bergheim hat mir unheimlich gut gefallen, auch wenn sie vielleicht etwas klischeehaft wirkt. Ich möchte hier natürlich nicht zu viel verraten, da sonst der Zauber und auch die Spannung verloren gehen würde. Grundsätzlich hat mir der Teil der Geschichte auch besser gefallen, als der Teil in der Gegenwart. Er hat mich einfach mehr berührt und ich konnte hier mehr mitfiebern. Zwar entwickelt sich rund um Ana auch eine spannende Geschichte, gerade wegen ihrer „Feinde“, aber ich hätte mir hier einfach ein bisschen mehr Ausbau gewünscht.  — Achtung, in den nächsten Sätzen könnten SPOILER enthalten sein — Ana kommt mit ihrer Suche der Gruppe PosenGeist in die Quere, die sehr gefährlich und skrupellos scheint. Auch wenn die Hauptidee hinter der Gruppe erklärt wird, hätte ich mich darüber gefreut, wenn wir mehr über sie und ihre Seite der Jagd erfahren. Man weiß, dass da noch jemand anderes auf der Suche nach dem Bild ist, aber von dieser Seite erfahren wir kaum was. Ich denke, da hätte noch ein bisschen mehr Spannung reingebracht werden können.

Bei den Charakteren habe ich  gemischte Gefühle. Ana scheint mir extrem Abhängig von ihrem reichen Freund zu sein und dieser lässt gleichzeitig nichts anderes zu. Er will die Kontrolle über sie und ist einfach ein widerlicher Kerl. Dass Ana da so blind ist, was ihren Freund betrifft, ist mir ein bisschen ein Rätsel. Ansonsten haben mir die Personen alle sehr gut gefallen.

Fazit Ein gelungener Roman rund um die Suche und das Geheimnis eines Bildes, das uns zurück in die Zeiten des Weltkrieges führt. Voll mit Betrug, Verrat und Liebe. Wer über den holprigen Anfang des Buches hinweg sehen kann, wird auf eine tolle Geschichte stoßen!


„Das Mädchen mit den Smaragdaugen“ | Carla Montero | blanvalet |736 Seiten

2 Kommentare Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s