„Der Prozess“ von Franz Kafka – Klassiker der Bücherwelt

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Einen wunderschönen Dienstag euch allen! Nach langer Zeit habe ich endlich Kafkas „Der Prozess“ gelesen und möchte euch nun meine Meinung dazu mitteilen. Nachdem ich von „Die Verwandlung“ eher weniger begeistert war, habe ich zunächst nicht wirklich das Bedürfnis gehabt, ein weiteres Werk von Kafka zu lesen. Aber 1.) hatte ich die beiden Romane zusammen gekauft und 2.) stand das Buch jetzt eben auf meiner erstellten Leseliste (Sie erfüllt also in der Tat ihren Zweck!). Aber kommen wir jetzt zur Rezension (die mir diesmal übrigens nicht sehr leicht fällt):

Worum geht’s? „Grundlos wird Josef K. an seinem 30. Geburtstag verhaftet und verhört. Die Umstände sind grotesk, niemand kennt das Gesetz, und das Gericht bleibt anonym. Die „Schuld“, erfährt Josef K., hafte ihm an, ohne dass er dagegen etwas tun könne. Verbissen, aber erfolglos versucht er, sich gegen die zunehmende Absurdität und Verstrickung zu wehren […].“ (Anaconda Verlag, Buchrücken)

Der Prozess
Quelle

Dem Leser wird schnell klar: Dieser Prozess wird anders! Das fängt natürlich schon damit an, dass es offenbar gar kein Verbrechen oder Ähnliches gegeben hat, aber auch durch das Verhalten der Beamten wird dieser Gedanke bestätigt. So wird K. (wie er im Buch meist genannt wird) zwar verhaftet, jedoch nicht weggesperrt. Im Gegenteil: Er kann sein Leben normal weiterführen, kann wie gewohnt zur Arbeit gehen und sich frei bewegen. Dies führt jedoch dazu, dass K. diesen – durchaus merkwürdigen – Prozess zunächst nicht gerade ernst nimmt. Doch als auch ihm bewusst wird, dass sein Urteil nicht von einem normalen Gericht geführt wird, beginnt er endlich damit, sich mehr mit seinem Schicksal zu befassen.

Zu Beginn des Romanes, hatte ich einige Schwierigkeiten damit, die Taten und Unternehmungen von K. nachzuvollziehen. Teilweise schienen mit seine Gedanken etwas zu übertrieben und nur durch falsche Interpretationen von Situationen vorgegeben. Mir wurde dann jedoch klar, dass dies einfach zum Charakterbild von K. gehört und kein „Fehler“ der Autors war.

Das Buch hat mir deutlich besser gefallen, als „Die Verwandlung“, was unter anderem auch daran lag, dass ich diesmal mehr das Gefühl hatte, dass uns der Autor etwas mitteilen möchte. Was das ist, kann jeder führ sich selbst entscheiden, denn es gibt scheinbar viele Ansätze das Gelesene zu Interpretieren. Ich persönlich hatte das Gefühl, dass es um die „Verurteilung durch die Gesellschaft“ geht. Denn im Buch scheint jeder, dem K. begegnet, etwas mit den Gericht zu tun zu haben und gleichzeitig scheint keiner zu wissen, was der eigentliche Grund für die Verurteilung ist. Man macht einfach mit.

Der Schreibstil war gewohnt nüchtern und flüssig zu lesen. Es gab zwar nie eine große Spannung, aber dennoch war der Inhalt sehr interessant und die Idee davon hat mir einfach gefallen.

Fazit Ein interessanter Roman Kafkas, der einigen Platz für Interpretationen lässt und sich sehr gut lesen lässt. Durchaus lesenswert!


„Der Prozess“ | Franz Kafka | Anaconda Verlag | 208 Seiten

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. allimo93 sagt:

    Ich gebe zu ich habe von Kafka erst ein Buch bisher gelesen und das war die Verwandlung mit dem Käfer. Ehm ja…ich will ja nicht sagen, dass es das schlimmste war, was ich jeh gelesen habe…aber es war halt weird 😀
    Man muss sich also auf alle Fälle auf Kafkas Schreibstil und seine verrückten Geschichten einlassen können!

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  2. sireadhblog sagt:

    Ich kenne ja Kafka eigentlich nur aus dem Deutsch-Unterricht 😉 …ist sein Schreibstil in „Der Prozess“ so ähnlich altertümlich, wie in Werken von Schiller & Co?

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo 🙂 Nein, die Sprache ist eingentlich sehr modern, aber eben auch recht nüchtern.

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  3. Ich mochte die Verwandlung mehr, weil da die Handlung nicht so offen war wie bei der Verhandlung. Die Verhandlung fand ich persönlich irgendwie so nichts sagend.

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo 🙂 Mir ging es interessanterweise genau umgekehrt! Ich konnte mit der Thematik von „Die Verwandlung“ leider überhaupt nichts anfangen. Schon lustig, wie jeder Leser ein Buch anders wahrnimmt!
      Grüße 🙂

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      1. Ich fand die Thematik in der Verwandlung einfach greifbarer. Weil Gregor von seiner Familie ausgenutzt wurde, und so lange er Geld mit nach Hause gebracht hat, war er der Beste. Als er dies aber nicht mehr getan hat, weil er ein Käfer war und auf Hilfe angewiesen war, hatten sie ihn gehasst. Und letzten Endes ist er gestorben, weil sich keiner mehr gekümmert hat. Was wunderbar auch auf die heutige Gesellschaft passt: „Du bist nur gut so lange du was für die Gesellschaft tust und etwas leistet. Wenn du das nicht kannst, bist du nur Ballast.“
        Und die tiefere Ebene von der Prozess blieb mir leider verschloßen und ich frage mich noch heute, warum es eigentlich zum Prozess kam

        Wäre ja langweilig, wenn jeder alles gleich wahrnehmen würde

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      2. Pialalama sagt:

        Ahhh! Jetzt versteh ich das Buch endlich haha! Auf diesen Gedanken bin ich noch gar nicht gekommen! Also hierfür schon mal Danke 😉 Mein einziger Gedanken war immer „Ein Mensch vergammelt“.
        Ich denken, beim Prozess geht es um die Verurteilung durch die Gesellschaft. SO oft werden Menschen durch Fremde verurteilt ohne irgendetwas getan zu haben. Und so ist es ja auch im Buch. Es gibt ein Urteil von irgendeiner unbekannten Person, alle ziehen plötzlich mit, dabei liegt eigentlich ja gar kein Verbrechen vor. Zumindest ist das mal meine Interpretation.

        Grüße!

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      3. Ich stelle fest, dass man über solche Bücher einfach reden muss, damit man mehrere Blickwinkel auf das Werk erhält und vielleicht etwas mehr versteht, aber auch um drüber zu diskutieren, wie aktuell solche Themen noch sind!
        So wie du es beschreibst, hätte ich den Prozess jetzt nicht betrachtet!

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