„Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe – Klassiker der Bücherwelt

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Heute möchte ich euch meine Meinung zu dem Klassiker der Klassiker mitteilen. „Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe ist bereits im Jahr 1719 erschienen, also knapp 300 Jahre alt, und gilt als der erste englische Roman. Dass dieses Buch bei meiner „Challenge ohne Ende“ natürlich nicht fehlen darf ist klar. Wie mir das Buch gefallen hat, könnt ihr im folgenden lesen.

Worum geht’s? Trotz der Warnungen seiner Vaters, beschließt der junge Robinson in die See zu stechen. Hier beginnt für ihn eine abenteuerliche Reise mit viel unvorhergesehenen Ereignissen. Das wohl prägendste Ereignis ist sein Schiffbruch und die Rettung auf eine einsame Insel. Isoliert von der Außenwelt, lebt Robinson nun sowohl in Gefangenschaft, als auch in Freiheit.

Robinson Crusoe
Quelle

Die Geschichte spielt sich im 17. Jahrhundert ab und wird uns aus der Sicht von Robinson Crusoe selbst berichtet. Dabei enstehen leider immer wieder sehr verschachtelte Sätze und zeitliche Sprünge, die einen teilweise in Verwirrung bringen können, wenn auch die Sprache an sich recht einfach zu lesen ist. Das, was Robinson uns dann von seinem Inselleben erzählt, ist zunächst nicht wirklich spannend, da er ständig nur davon erzählt, wie er was zusammengebaut hat. Das ist auf der einen Seite vielleicht Interessant, zu sehen, wie clever der Bursche ist, aber auf der anderen Seite passiert eben nichts. Es ist also in dieser Hinsicht kein Abenteuerroman, wie man ihn vielleicht kennt oder zunächst erwarten würde. Mir hat einfach die Gefahr gefehlt. Es gab zwar an einer Stelle  Angst vor Kannibalen, jedoch hatte Robinson scheinbar nie was vor ihnen zu befürchten. Nicht einmal wilde Tiere gab es. Und auch die Gefahr des Hungers wurde schnell gelöst. Für eine einsame Insel, war diese mir zu perfekt. Die fehlende Spannung hat dazu geführt, dass ich leider bei einigen Seiten etwas „Kopflos“ gelesen habe, und mich schnell von anderen Gedanken abbringen lassen konnte, so dass ich diese Stellen zweimal lesen musste.  Zu etwas mehr Spannung kommt es im Buch erst recht spät, und auch hier läuft alles wieder zu perfekt ab. Eine letzte zum Kritik zum Aufbau, geht an die häufigen Wiederholungen zu Beginn. An einer Stelle des Buches lesen wir sozusagen aus dem Tagebuch von Robinson, was sehr merkwürdig ist, da Robinson (der sowieso schon alles aus seiner Sicht berichtet) auf den Seiten davor bereits das, was in den Einträgen steht, in ausführlicher Form beschrieben hat.

Zu den Charakteren lässt sich nicht sonderlich viel sagen, da Robinson die meiste Zeit natürlich alleine auf seiner Insel lebt. Er selbst schien mir ein cleverer mutiger Mann, der meiner Meinung nach recht zufrieden auf seiner Insel lebt. Das einzige was er wirklich zu vermissen Schien, war eben der Kontakt zu anderen Menschen. An diesem Punkt hat mich jedoch gewundert, dass Robinson kaum von seinen tierischen Gefährten erzählt. So hat er einen Hund bei sich, erzählt von ihm aber nur an zwei kurzen Stellen etwas. Ist es nicht so, dass der Hund ein Freund des Menschen ist? Ich hätte hier eine wichtigere „Beziehung“ zwischen Hund und Mensch erwartet.

Neben dem Thema des „Eskapismus“, wie es so schön im Nachwort Ulrich Greiner heißt, findet man auch immer wieder das Thema der Religion. An dieser Stelle fand ich das sehr gut eingebaut, denn für Robinson scheint es immer nur schief zu gehen und dennoch ergeht es ihm am Ende gut. Vor allem gegen Ende, als er auf Freitag trifft, wird dieses Thema etwas stärker ausgebaut. Auch wenn ich selbst oft nicht sehr viel mit diesem Thema anfangen kann, war es doch ganz gut zu lesen, da man eben einen Hintergrund, oder vielmehr die Glaubensgründe kennt.

Das Ende fand ich etwas zu ausgedehnt. Hierzu muss man jedoch sagen, das der Roman, den wir hauptsächlich in den Kaufregalen finden, nur der erste Teil einer eigentlich viel längeren Geschichte ist, die über den Schiffbruch und das Inselleben hinausgeht. Dennoch hätte ich mir einen früheren Cut gewünscht.

Das scheint bisher viel negative Kritik zu sein, dennoch konnte ich das Buch recht gut lesen, was mich in manchen Momenten dann auch erstaunt hat. Ich dachte wirklich „Wow, dafür dass hier gerade nur davon erzählt wird, wie er sein Haus baut, lässt sich das Buch recht flockig und angenehm lesen!“.

Fazit  Ein Klassiker ist das Buch sicherlich, um es als Kinder-/Jugendbuch zu bezeichnen finde ich es auf der einen Seite etwas langweilig, etwas anspruchsvoll und an einigen Stellen auch  etwas brutal. Für Erwachsenen hingegen ist es sicherlich lesenswert, wenn auch ich selbst nicht hunderprozentig davon überzeugt war. Es hat mir gefallen, mehr aber auch nicht. 3 von 5 Sternen.


„Robinson Crusoe“ | Daniel Defoe | Diogenes Verlag | 384 Seiten

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Mama sagt:

    Ich habe das Buch als Kind gelesen und fand es recht spannend. Da wusste ich noch nichts von der Welt und einsamen Inseln. Gerade wie er sich sein Leben auf der Insel einrichtet mit dem was er dort vorfindet. Wie er immer hofft, auf Bewohner zu treffen. und wie er dann auf den Sklaven Freitag trifft, der auf die Insel verschleppt wurde und vor seinen Peinigern flüchten konnte bevor die ihn töten konnten. Wie er sich mit ihm anfreundet, ihm seine
    Sprache beibringt. Und wie Robinson trotz Allem hofft, doch eines Tages wieder nach Hause zurück kehren zu können.
    Später hab ich mir dann mehrmals den Film angeschaut.

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  2. Ich freue mich schon auf das Buch, obwohl ich mit ähnlichen Gefühlen beim lesen wie du rechne.
    In Naher Zukunft liegt es jetzt noch nicht, aber definitiv immer noch auf meiner Liste. Freu mich über jeden Beitrag zu Klassikern von dir 😀
    Lg Moana

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo Moana 🙂 Also ich fand das Buch wie gesagt nicht schlecht, es hat mir gefallen. Aber ich hatte einfach andere Erwartungen und dadurch hat mir das Buch enen kleinen Dämpfer verpasst. Wenn’s dann soweit ist wünsche ich dir natürlich viel Spaß beim Lesen! Freut mich, das zu hören! Der nächste Klassiker liegt schon bereit „Kafkas ‚Prozess'“. Danach ist erst mal eine Weile Pause. Liebe Grüße!

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  3. Hallo Pia, das ist eine tolle Challenge! 🙂
    Ich habe als Kind Robinson Crusoe als Hörspielkassette gehört. Aber das Buch könnte ich auch mal lesen.
    Lg Tanja

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