„Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden“ von Per J. Andersson

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Einen schönen Donnerstag euch allen! Ich möchte euch in diesem Beitrag meine Meinung zu dem Buch mit dem wohl längsten Titel überhaupt schreiben: „Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden“. Puuuh!

Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr... - Per J. Andersson - Taschenbuch
Quelle

Worum geht’s? Pikay ist ein kastenloser Inder, der in seinem Leben trotz viel Leid auch viel Glück hat. Schikaniert von seinen Mitmenschen, schafft er es dennoch, mit seiner Kunst eine kleine Berühmtheit zu werden. Seiner Malerei, nicht zuletzt aber seinem Schicksal, hat er es zu verdanken, dass eines Abends im Jahr 1975 die junge Schwedin Lotta vor seinem Malerstand auftaucht und ihm sofort den Verstand raubt. Für Pikay steht schon nach kürzester Zeit fest: Das ist sie! Doch Lotta geht wieder zurück nach Schweden und Pikay bleibt zurück in Indien. Bis er eines Tages beschließt ihr auf dem Fahrrad nach Schweden zu folgen, allein, kastenlos und ohne viele Mittel.

 

Zunächst einmal: Ja, es handelt sich hierbei um eine wahre Geschichte. Ich konnte es während dem Lesen manchmal selbst kaum glauben, denn dieser Junge hatte so oft, so viel Glück, dass es einem unmöglich erscheint! Ich meine, er radelt von INDIEN nach SCHWEDEN. Zum Glück gibt es am Ende des Buches noch einige Fotos, die viele Lebensmomente von Pikay dokumentieren.

Wie bei jedem Roman, der in Indien spielt, wird auch hier natürlich stark das Kastensystem kritisiert, das trotz offiziellem Verbot, immer noch in den Köpfen der Menschen verankert ist. Die Geschichte um Pikay wird bereits vom Tage seiner Geburt erzählt und überhaupt geht es in gut der Hälfte des Buches nur um Pikays Leben. Zwar sind einige wenige Seiten dazwischen auch Lotta und ihrer Abenteuerlust gewidmet, aber die eigentliche Story beginnt erst in der Mitte des Buches. Zunächst war ich etwas enttäuscht, da ich mir eine abenteuerliche Geschichte zur Fahrradreise erhofft hatte, wenn man jedoch erst mal über diese Hälfte des Buches hinaus kommt, versteht man, warum dieser Kindheitsteil so wichtig ist. Nicht nur, dass Lotta und auch Pikays künstlerische Karriere seinem vorhergesagten Schicksal entsprechen, gerade auch die Tatsache, dass er als Kastenloser oft schikaniert und verstoßen wurde, machen den Leser bei späteren Ereignisse umso sprachloser. Denn Pikay erlebt führ ihn unglaubliche Freundschaft und Hilfsbereitschaft auf seinem Weg. Gerade der Teil seiner Reise, der ihn durch den nahen Osten führt, hat mich sehr berührt.

Was ich übrigens sehr interessant fand war die Tatsache, dass sobald Pikay europäischen Boden betritt, ihm die größten Steine in den Weg gelegt werden. Zum einen mag es daran liegen – und das spricht er auch im Roman an – dass man in Europa strenger mit Gesetzen umgeht, zum anderen aber auch einfach an den Europäern selbst. Die Stimmung hat sich in diesen Seiten plötzlich abgekühlt. Darüber habe ich mir noch so einige Gedanken gemacht.

Das Einzige was mich an diesem Buch etwas gestört hat war das Ende. Meiner Meinung nach hat es sich etwas gezogen und es ist ein bisschen in’s Geschwafel übergegangen. Ich hätte mir einen Cut gewünscht, der kurz nach Pikays beendeter Reise einsetzt. So hat mir das Ende jetzt meinem Freudengefühl einen kleinen Dämpfer versetzt. Schade!

Fazit Eine wahrer Pageturner, der wirklich berührt und der einem die Hoffnung auf Freundschaft über Religion und Ländergrenzen hinaus gibt. Wunderbar geschrieben, wenn auch das Ende etwas schwach wirkt. 4,5 von 5 Sternen!


„Vom Inder,der mit dem Fahrrad…“ | Per J. Andersson | Bastei Lübbe | 336 Seiten

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Buchstabenwoerter sagt:

    Davon habe ich mal einen Beitrag im Fernsehen gesehen. Sehr interessante Geschichte und total süß.

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo! Sorry für die verspätetet Antwort:

      Nach dem Buch habe ich auch noch ganz viel dazu im Internet recherchiert, weil mich diese Geschichte der beiden wirklich fasziniert hat!

      Grüße!

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  2. Ich bin schon sehr lange neugierig auf das Buch. Vielen Dank für deine Vorstellung, die Chance auf SUB-Zuwachs durch diesen Titel ist gerade immens gestiegen 🙂

    Liebe Grüße,
    Sandra

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo 🙂

      Das freut mich natürlich, sowas zu hören! Grüße!

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