„Der seltsame Fall des Benjamin Button“ von F. Scott Fitzgerald

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Es ist ein äußerst skurriles Ereignis und auch ein unerklärliches. Als Benjamin Button auf die Welt kommt, ist er anders, als man es von einem Baby erwartet. Und man kann nicht viel erwarten von einem frisch geborenen Säugling. Doch Benjamin Button kommt als alter Greis auf die Welt. Weißes Haar, langer Bart und gebückte Haltung. Sein Vater und das Krankenhauspersonal sind schockiert, sogar verärgert darüber, dass ein Kind nicht wie gewohnt das Licht der Welt erblickt. Benjamin Button lebt sein Leben im wahrsten Sinne des Wortes rückwärts.


Dieser kurze, einfache Roman (66 Seiten) ist bereits mein dritter von Fitzgerald und hat mich nicht enttäuscht. In unsere Zeit würde die Welt in Erstaunen versetzt werden, wenn es zu solch einem Ereignis kommen würde. Im Roman, der wohlgemerkt Mitte des 19. Jahrhundert beginnt, begegnet man Benjamin mit Hass und Unfreundlichkeit. Es scheint, als würden die Menschen gar nicht realisieren, dass er offensichtlich jünger wird, anstatt zu altern. Es scheint nur als ewiger Scherz gesehen zu werden. Denn trotz Benjamins Alter und Größe, behandelt sein Vater ihn wie ein kleines Baby. Er zieht im Kinderkleidung an und lässt ihn von der Nanny mit babyhafter Nahrung füttern. Bei dem Verhalten von Benjamins Vater kam mir folgender Satz in den Sinn: „Man will von Kindern oft, dass sie sich wie Erwachsene verhalten. Tun sie es dann, behandelt man sie dennoch wie Kinder.“

Ich denke Fitzgerald möchte hier auf das gesellschaftliche Problem lenken, dass man von Menschen immer Erwartungen hat. Ein Baby muss ein Baby sein, also behandele ich dich auch so. Ein Student muss von jungen Jahren sein, sonst braucht er gar nicht erst die Uni betreten. Von einem alten Mann erwartet man Ernsthaftigkeit, also behandelt man den kleinen Benjamin nicht wie ein Baby, als er es nach 70 Jahren „endlich“ ist.

Das Buch hat mir zwar durchaus gut gefallen und ich habe auch nichts zu bemängeln, aber  es ist am Ende  auch nicht wirklich etwas besonderes. Mit seinen 66 Seiten ist es eher ein kleiner Snack für Zwischendurch.  Auf goodreads habe ich dem Buch  3 von 5 Sternen gegeben, was einem „gefällt mir“ entspricht.

Übrigens: Ich habe zwar nur den Trailer zum Film gesehen, aber schon hier sieht man, das dieser deutliche Unterschiede zum Buch aufweist.


Hier gibt es das Buch auf Amazon: Der seltsame Fall des Benjamin Button (detebe)

Hier gibt es meine Rezension zu  “Die Schönen und Verdammten” von F. Scott Fitzgerald

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Erina sagt:

    Interessante Sichtweise 🙂 Ich habe das Buch noch nicht gelesen und auch den Film nicht gesehen, habe mich aber immer gefragt, was Fitzgerald damit aussagen wollte. Es klingt, als hätte es was von Kafka. Das könnte mir bestimmt gefallen. 🙂

    Liebe Grüße,

    http://lesenundgrossetaten.blogspot.de/

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  2. solera1847 sagt:

    Den Film habe ich mir vor einigen Wochen im Angebot bei iTunes geholt, doch noch kam ich nicht zum Ansehen, da waren einfach zu viele Science Fiction-Streifen im Weg. Doch irgendwann kommt es dazu – dann schreibe ich auch eine Rezension.

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    1. Pialalama sagt:

      Die werde ich dann sicherlich lesen 🙂 Bin Mal gespannt, denn der Film soll ja in einigen Punkten vom Buch abweichen…

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