„In einer regnerischen Nacht“ von Jodi Picoult

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Am Wochenende habe ich Jodi Picoults etwas älteren Roman „In einer regnerischen Nacht“ gelesen. Offensichtlich hatte ich mit meinem Cover wieder glück, denn das aktuelle Cover sieht meiner Meinung nach fürchterlich aus! Aber leider habe ich kein Bild von meiner Version gefunden. Naja, was solls! Viel Spaß beim Lesen!

Ally und Cameron MacDonald scheinen eine glückliche Ehe zu haben. Eines Tages erscheint vor der Polizeistation -Cameron ist der dortige Polizeichef-  Jamie MacDonald, ein unbekannter Cousin von Cameron. Er hat seine Frau Maggie getötet, die unheilbar an Krebs litt. Er gesteht seine Tat und ein Prozess beginnt. Während Ally hinter Jamie steht, kann Cameron die schlimme Tat seines Cousins nicht nachvollziehen. Mit diesem Problem zieht jedoch noch ein weiteres in die Stadt ein. Mia, eine wildfremde Frau wird von Ally in ihrem Blumengeschäft eingestellt und beginnt eine Affäre mit Cam. So wird die Ehe von Ally und Cam gleich auf zwei Weisen auf die Probe gestellt.

Nach „Beim Leben meiner Schwester“ ist dies mein zweiter Roman der Autorin Jodi Picoult. Und auch hier begegnet der Leser wieder einer Thematik, die gesellschaftlich spaltet. Jamie MacDonald hat seine Frau aus Mitleid, aber auch aus Liebe getötet, nachdem sie ihn darum gebeten hat. Das Thema Sterbehilfe wird in dem Buch zwar nicht von hinten bis vorne breitgetreten, aber es regt dennoch dazu an, sich selbst darüber Gedanken zu machen. Man muss natürlich bedenken, dass dies nicht der Hauptstrang der Geschichte ist. Primär geht es um die Ehe von Ally und Cameron. Ally war mir als Charakter teilweise unsympathisch. Gerade zu Beginn des Buches hat mich ihre nervige und doch sehr naive Art gestört. Sie möchte für ihren Mann die perfekte Frau sein und richtet sich nur nach ihm. Ohne jedoch zu bedenken was Cameron wirklich will. Sie geht einfach davon aus, dass er es so möchte. Zudem erstickt sie jeden Konflikt im Keim und dreht sich lieber schweigend und lächelnd um, anstatt zuzulassen, dass jemand seine Meinung auf ernsterer Weise sagt. Doch meine Meinung hat sich gebessert, nachdem sie damit beginnt, für Jamies Anwalt einige Ermittlungen zu unternehmen. Man merkt, dass sie eine selbstbewusste starke Frau ist und mit dem Prozess scheint sie in ihren Stärken zu wachsen.
Camerons Charakter war mir an sich nicht unsympathisch, an einigen Stellen tat er mir sogar wirklich leid. Ihm wird immer mehr bewusst, dass er mit Ally gar nicht so glücklich ist, dass er Träume hat, die wohl auch immer Träume bleiben werden, wenn er nichts ändert. Aber gleichzeitig kann man einen Mann, der seine Frau so unverschämt betrügt auch nur hassen. Da er Mia von Beginn an wirklich liebt und nicht nur „Abwechslung vom Alltag“ braucht, verstehe ich einfach nicht, wieso er dann nicht sobald ihm das bewusst war, die Ehe mit Ally beendet hat. Natürlich wird so etwas nicht einfach sein, aber wie gesagt, war Mia für ihn nicht nur eine Affäre, mit der Aussicht, dass sie irgendwann wieder verschwindet und alles wieder wie früher wird.
Mia. Wie habe ich sie gehasst. Da kommt sie in die Stadt, ihr wird ein Job von einer Frau angeboten die sie keine paar Minuten kennt, ihr wird von derselben Frau ein Dach über dem Kopf geboten und dann macht sie sich an ihren Mann ran. Auch wenn sie an manchen Stellen offensichtlich ein schlechtes Gewissen hat, so kann man ihr dennoch nicht verzeihen. An einer Stelle im Buch beschreibt sie, dass sie so eine Art Bedürfnis hat, das Leben von Menschen durcheinander zu bringen.
Obwohl mich die Charaktere an einigen Stellen wahnsinnig gemacht haben, war es gut, dass sie so geschrieben worden sind. Wenn ein Buch auch meine Emotionen anspricht, also nicht nur durch ein trauriges Thema, sondern auch durch so etwas wie das Verhalten von den Charakteren, dann gefällt es mir schon ganz gut.

Was mich an dem Buch gestört hat, hat nichts direkt mit dem Inhalt zu tun, aber mir der Tatsache, wie der Inhalt beschrieben wurde. Ich rede vom Buchrücken. Zum einen wird hier geschrieben, dass die Ehe von Ally und Cameron aufgrund ihrer Meinungsverschiedenheit in Bezug auf Jamies Tat zu Bruch geht. Meiner Meinung nach, liegt das Problem zu 90% an Mia. Die restlichen 10 Prozent kann man dann noch auf Meinungsverschiedenheit und angestauten Frust schieben. Daraufhin wird der Leser dazu verleitet zu denken, dass das Buch hauptsächlich darüber handelt, wie Ally und Cameron NACH DEM PROZESS zu ihrer Ehe stehen. Der Prozess endet jedoch erst ein paar Seiten vor dem Buch-Aus.

Ein weiterer Punkt der mich ein bisschen gestört hat, war die Tatsache, dass es im Gericht teilweise nicht darum ging, ob es richtig ist Jamie freizusprechen weil es im Prinzip Sterbehilfe war und Maggie es so wollte, sondern darum ob er die Tat begangen hat oder nicht. Er hat die Tat ja offensichtlich freiwillig gestanden, ohne Druck. Jeder in der Stadt wusste das. Daher hat mich das manchmal irritiert und gestört.

Dennoch hat mir das Buch wirklich gefallen, wenn ich auch fand, das die beiden Handlungen teilweise etwas von einander abgelenkt haben. Da der Text auf dem Buchrücken mich so in die Irre geleitet hat (Und über sowas rege ich mich immer besonders auf) bekommt das Buch von mir 3,5 von 5 Sternen. Trotz einiger Schwächen durchaus lesenswert.


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