„Die Geisha“ von Arthur Golden

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Das Buch „Die Geisha“ habe ich auf einem Flohmarkt ergattert und nun konnte ich es dann auch endlich mal lesen. Wie es mir gefallen hat könnt ihr in meiner folgenden Rezension lesen:

Worum geht’s? Verkauft von ihren Eltern, getrennt von ihrer Schwester und verunsichert findet die kleine Chiyo sich in den 30er Jahren in einer Okiya, einem Geisha-Haus, wieder. Nichts ahnend von ihrer bevorstehenden Zukunft, macht sie sich Hoffnungen ihre Familie schon bald wiederzusehen. In ihrer Okiya wird die Neunjährige von der Geisha Hatsumomo tyrannisiert und auch von „Mutter“ und „Großmutter“ wird sie alles andere als nett behandelt. Allein „Tantchen“ und Kürbisköpfchen scheinen ihr nichts Böses zu wollen.  Eines Tages trifft Chiyo auf einen Mann der ihr Leben verändert. Sie ist immer noch ein Kind und nimmt das Leben in der Okiya nicht so ernst wie sie sollte. Doch nach der freundlichen Begegnung mit dem Direktor möchte sie das ändern. Ein Kampf gegen Hatsumomo voller Intrigen beginnt. Zu ihrer Seite steht die berühmte Geisha Mameha, die scheinbar auch einen persönlichen Rachefeldzug gegen Hatsumomo hegt und sie mithilfe von Chiyos Erfolg als Geisha vernichten möchte. Doch dafür muss Chiyo erst einmal zu einer richtigen Geisha werden. Später, Chiyo heißt nun Sayuri, trifft sie den Direktor wieder, doch alles scheint sich anders zu entwickeln als erhofft. Und dann kommt auch noch der Krieg und die Kultur der Geishas steht dem Ende nah.

Der Roman hat mich auf seinen fast 600 Seiten wirklich in die japanische Kultur entführt! Die Geschichte wird uns von Chiyo selbst berichtet, wobei sie den Leser auch direkt anspricht. Ständig hat man das Gefühl, dass sie eine reale Person ist und die Ereignisse sich wirklich so zugetan haben. Der Schreibstil ist an sich sehr einfach, hat jedoch sehr viele Metaphern und bildhafte Beschreibungen in sich. Gerade zu Beginn der Geschichte, wo Chiyo noch ein Kind ist, wird man von einer Welle kindlicher Phantasie überrascht. Mit dem Älterwerden lassen diese bunten Beschreibungen etwas nach und gehen eher in das philosophische über. Diesen Aspekt finde ich sehr gut gelungen, denn das lässt Chiyo/Sayuri noch realer wirken. Auch die Naivität die ein Kind nun mal mit sich bringt ist zu Beginn stärker und lässt dann nach. Man spürt die Veränderung ihres Charakters und wie sie an ihren Erfahrungen und ihrer Selbstsicherheit als Geisha wächst. Das Buch spricht wirklich die Gefühle in einem an. Gerade zu Beginn in der Okiya hat mir Chiyo unter der Tyrannei von Hatsumomo unglaublich leid getan. Ich finde den Charakter von Hatsumomo zwar sehr gut gelungen, aber ich konnte sie einfach nicht ausstehen. Ein wahres Biest, das sich einfach nicht abschütteln lässt! Kaum denkt man, Chiyo ist ihr endlich entkommen, wartet die nächste Katastrophe auf sich. Auch an den anderen Charakteren habe ich nichts auszusetzen, vor allem der grimmige Nobu ist mir ans Herz gewachsen.

Die Kultur der Geishas wurde sehr gut im Buch rüber gebracht. Ich hatte zwar den Film zum Buch schon gesehen, allerdings war ich damals so jung, dass ich vieles einfach nicht verstanden habe. Ich wusste ja nicht mal was eine Geisha eigentlich so genau ist. Das Buch schafft hier viel Klarheit. Bei der Recherche wurde Arthur Golden vor allem von der ehemaligen Geisha Mineko Iwasaki unterstützt. Mineko Iwasaki sagt jedoch später einmal, dass der Verkauf der Jungfräulichkeit einer Geisha durch Wettbieten, der auch einen wichtigen Teil im Buch einnimmt, so nicht vorkam.

Das Buch ist wirklich großartig, jedoch fand ich das Ende ein wenig zu flott. Wie das Buch ausgeht, fand ich nicht schlecht, aber da arbeitet man solange über Jahre hinweg auf ein Ziel hin, und dann wird es nur so kurz erwähnt. Vielleicht liegt das an dem Bericht-Stil des Buches. Dennoch gab ich dem Buch auf goodreads 4 von 5 Sternen, was einem „hat mir sehr gefallen“ entspricht.


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