„Der verkaufte Tod“ von Heinz G. Konsalik

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Einen schönen Dienstag euch allen! Eigentlich hab ich gerade auf meine Klausur zu lernen, aber ich dachte mir, ich schiebe jetzt mal kurz eine Rezension dazwischen. Dabei geht es um den in den 80er erschienenen Roman „Der verkaufte Tod“ von Heinz G. Konsalik. Das Buch habe ich aus einer Supermarkt-Bücher-Kiste, deshalb hatte ich eigentlich keine allzu großen Erwartungen an das Buch gehabt ( warum eigentlich?). Ob sich meine Erwartungen bestätigt haben oder nicht, dass erfahrt ihr gleich:

Der Millionär Ed Burton erfährt von einem Arzt, seinem Freund Dr. Salomon, dass er eine schwere Nierenerkrankung hat. Da in den 80er Jahren Lebend-Transplantationen noch illegal sind, es kaum Dialyse-Geräte gibt und Burton ein alter Herr mit seltener Blutgruppe ist, stehen seine Chancen auf eine Genesung sehr schlecht. Doch dann erfährt er von einem Freund, dass es möglich ist, sich eine Niere zu kaufen. In Kalkutta, Indien, natürlich illegal.
Tawan ist ein junger Mann der in den Slums Kalkuttas aufwächst. Er kümmert sich liebevoll um seine Nichte Vinja und würde alles dafür geben, dass sie nicht wie ihre Mutter als Kinder-Prostituierte endet. Da kommt ihm der Tipp, seine Niere zu verkaufen, gerade gelegen.

Wie sich der Leser selbstverständlich denken kann, wird Tawan der Spender für Herrn Burton. Während Burton von den Ärzten wie ein Stück Gold behandelt wird, darf Tawan in der Abstellkammer des Krankenhauses schlafen. Diese ungerechte Behandlung der Ärmeren, zieht sich sehr stark durch das Buch, vor allem im ersten Teil. Würde es fehlen, wäre ich sehr enttäuscht gewesen. Denn im Buch geht es nicht nur um den illegalen Handel mit Organen, sondern auch darum, wie ein Mensch alles dafür geben würde, aus der Armut zu entfliehen. Und auf der anderen Seite: Mit Geld kann man sich vieles kaufen, die Frage dahinter ist, wie viel Moral dabei verloren geht.
Der Roman konnte mich von der ersten Seite an in seinen Bann ziehen. Er ist sehr gut geschrieben, flüssig, eindrucksvoll und ohne unnötige, sich ziehende Text-Passagen. Am Ende stehen keine Fragen mehr offen und man kann zufrieden das Buch zurück  in das Regal stellen.
Die Charaktere sind auch in diesem Roman wieder sehr gelungen. Zum einen haben wir da natürlich Ed Burton, ein Millionär der meint man kann alles für Geld bekommen – womit er leider recht hat- und Tawan, der teils naive Slum-Bewohner der einem anderen Menschen das Leben schenkt und damit auch irgendwie sich selbst. Ed Burton sieht in Indien Dinge, die ihm doch sehr nahe zu gehen scheinen. Überhaupt scheint er trotz seiner „Tat“ ein reicher Mann mit Gewissen und Gefühlen zu sein. Ein Charakter der mich überrascht hat, war Burtons 30 Jahre jüngere Freundin Lora. Natürlich denkt man hier gleich, die ist nur hinterm Geld her. Aber sie bleibt bei Burton. Betrügt ihn nicht. Scheint ihr ehrlich zu lieben. Die Liebe zwischen Lora und Ed fand ich wirklich gut beschrieben und hat mir durchaus gefallen.

Das Buch hat mir vom ersten bis zum letzten Wort sehr, sehr gut gefallen! Die Thematik ist noch immer aktuell – in allen Aspekten: Organhandel, Korruption, extreme Armut und AIDS. Ja, am Ende des Buches wird noch das Thema AIDS aufgegriffen, aber es wird so geschickt angestellt, dass ich nicht das Gefühl habe, es wäre einfach noch irgendwie hineingequetscht worden. Da ich mich ein bisschen mit dem Thema auskenne, ist es für mich auch nicht überraschend, dass der Autor dieses Thema angesprochen hat. Gerade in den 80ern kam es zu einer großen Welle von HIV-Infektionen. Plötzlich sterben viele Menschen und keiner weiß warum. Ein Übertragungsrisiko stellten damals vor allem Bluttransfusionen und Transplantationen dar, da die heutigen Standardtest damals noch nicht in diesem Maße durchgeführt wurde – wenn es sie überhaupt schon gab. Denn was man nicht kennt, kann man auch nicht suchen.

Ein Wort zum Schluss: Liebe Menschheit, lest diese Buch!

Liebe Grüße,

Pia!

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. sireadhblog sagt:

    Ich glaube das mit den Bücherkisten ist immer so eine Sache: Man hat eine fifty-fifty Chance, dass das Buch gut ist. Aber natürlich denkt man, dass die Bücher, die freiwillig abgegeben werden nicht so toll sind, weil sonst würden sie ja nicht abgegeben werden XD
    Dennoch wird man manchmal auch überrascht.
    Wiedermal eine richtig gute Rezension!

    Gefällt 1 Person

    1. Pialalama sagt:

      Hallo 🙂
      Ich denke meist immer, dass Bücher die im Supermarkt verkauft werden, Bücher sind, die einfach kein Mensch lesen will. Irgendwelche unbekannten Autoren. Dabei hat Konsalik weit über hundert Bücher geschrieben und war ein bedeutender Schriftsteller. So leicht kann man sich eben irren. Aber solch ein Einkauf wird wohl trotzdem eher eine Ausnahme bleiben.
      Grüße!

      Gefällt 1 Person

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