„Visby“ von Barbara Slawig

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Einen schönen Freitag euch allen! Heute gibt es von mir eine Rezension zu Barbara Slawigs Thriller „Visby“ aus dem Jahr 2012. Auf das Buch bin ich gestoßen, während ich auf meinen Zug gewartet habe und ich muss sagen: Zum Glück hatte er Verspätung! Der Hauptgrund für meinen Kauf war hier ausnahmsweise mal das Cover, das zusammen mit dem Klappentext etwas mystisches hatte.

Als Dhanavatis Mutter vor ihren Augen über die Klippe springt, ist sie gerade einmal fünf. Der Mann, der dabei neben ihr steht ist Adrian, gemeinsam leben sie in einer Kommune in Schweden, doch nach dem Vorfall zerbricht diese. Adrian kümmert sich einige Jahre um Dhanavati, doch dann ist er plötzlich weg. 20 Jahre später, Dhanavati ist Mathematikerin in Aarhus, möchte Sie wissen, warum ihre Mutter sich von den Klippen gestürzt hat, wo Adrian hin und wer ihr Vater ist. Für Dhani steht klar, dass sie nach Visby muss um Antworten auf ihre Fragen zu finden. Doch als sich herausstellt, dass der damalige Kopf der spirituellen Kommune, Eglund, womöglich Dhanis Vater ist, gerät Dhanis Suche auf die schiefe Bahn.

Typisch für Geschichten, die sich im Norden abspielen, schwingt auch hier immer etwas nüchtern-kühles und zugleich mystisches mit. Was genau es ist- ich weiß es nicht. Aber es ist gut. Das Buch besteht aus etwas mehr als 400 Seiten und hat mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Hätte ich die Zeit dazu gehabt, hätte ich es wahrscheinlich auf einmal verschlungen.
Den Schreibstil in Bezug auf den Aufbau des Buches finde ich sehr gelungen. Es geht um Dhani und ihre Suche, doch berichtet wird vielmehr von den Personen die sie auf ihrer Reise trifft. Annika, Adrians Lebensgefährtin, und Jens Nilsson erzählen uns zum größten Teil Rückblickend von den Ereignissen die Dhani auf ihrer Reise erlebt. Zwischendurch wechseln wir dennoch auch zu Dhanavati, dort sind wir dann in der Gegenwart. Hier sind für mich zwei Dinge erwähnenswert: Zum einen finde ich, dass es Frau Slawig trotz der zeitlichen Sprünge gelungen ist, den Leser nicht zu sehr zu verwirren. Die Zeit wird hier zur Nebensache, es ist kein Wettlauf, es ist etwas auf das zwei Menschen zurückblicken um Klarheit zu schaffen. Zum anderen, finde ich es interessant, wie dieser „Bericht“ verdeutlicht wird. Auch wenn Dhanavati die Hauptperson des Geschehens ist, wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Jens und Annika erzählt. Wir erleben ihre Gefühle und Gedanken, wissen was sie über Dhani denken, dass sie mehr Wissen als Dhani selbst. Dieser Teil des Buches hat mich also auf jeden Fall schon mal überzeugt!
Auch in Bezug auf die Charaktere hat die Autorin mich zufrieden gestellt. Dhanavati ist eine Frau mit schicksalhafter Vergangenheit und unsicherer Zukunft. Auf ihrer Suche nach Antworten wirkt sie zu Beginn des Buches etwas befremdlich. Mit Fremden Menschen kommuniziert sie teilweise sehr naiv, was unter Anderem bei ihrem Forums- und E-Mail-Verkehr deutlich wird. Bei Annika wusste ich zunächst nicht so recht was ihre Rolle so wichtig macht, sie scheint einfach nur eine Frau zu sein, die in Dhanavati die Frau sieht, die ihren Adrian wegnimmt. Jens Nilsson ist ein Mann, der zwar eine wichtige Rolle im Buch spielt, aber als Charakter zunächst eher wie der ferne Beobachter wirkt. Seine Begegnung mit Dhani war zunächst rein beruflicher Natur, eine Personenüberprüfung für ein Institut. Ein weitere Charakter der mich aufgefallen ist, war Eglund. Ein Krimineller mit Stil. Er scheint sein Gegenüber gut einschätzen zu können und wenn er in ihnen keine Gefahr sieht, dann ist er höflich, ja fast schon freundlich. Das hat mir an ihm sehr gefallen, machte es jedoch gleichzeitig schwer ihn bei seinen Entscheidungen einzuschätzen.
An dem Buch gab es nur eine Kleinigkeit die mich gestört hat: im vorderen Teil des Buches begleiten wir Dhani, ihre Chefin und einen Kollegen zu einer Tagung. Da der Teil davor sich bis dahin nur sehr kurz mit Dhanis Problem beschäftigt hatte, habe ich kurz vergessen, um was es eigentlich in dem Buch geht. Jedoch war das nicht wie in anderen Büchern eine Stelle die sich ewig gezogen hat und etwas uninteressant war. Sie scheint nur kurz Fehl am Platz.

Ich finde das Buch sehr gelungen und kann es euch nur weiterempfehlen! Auf goodreads habe ich dem Buch 4/5 Sterne gegeben, was einem „Hat mir sehr gefallen“ entspricht.

Liebe Grüße,

Pia


Wenn ihr euch das Buch kaufen möchtet, könnt ihr mich dabei gleichzeitig Unterstützen. Solltet ihr meinen Affiliate-Link benutzen: Danke!

Visby: Roman auf Amazon.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. sireadhblog sagt:

    Eine großartige Rezension!
    Beim Lesen habe ich sofort Lust bekommen mir das Buch zu kaufen und auch mal reinzuschauen 😉
    Liest du oft Thriller?

    Gefällt 1 Person

    1. Pialalama sagt:

      Vielen lieben dank! Das freut mich natürlich sehr!
      Ich lese zum größten Teil Thriller, aber es darf zwischendurch auch mal was anderes sein! 🙂

      Gefällt 1 Person

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