„1984“ von George Orwell – Klassiker der Bücherwelt

Vor wenigen Minuten habe ich endlich George Orwells  „1984“ beendet. Das erste mal habe ich im Religionsunterricht von diesem Buch gehört, als wir das Thema „Zukunft“ hatten. Wie einigen vielleicht auch bekannt ist, handelt es sich hierbei um einen anti-utopischen Roman, also um eine negativ-utopische Geschichte. Das Buch wurde 1949 veröffentlicht und handelt von einem Staat mit totaler Überwachung und Kontrolle. Im Folgenden werde ich versuchen, euch einen kleinen Überblick über das Buch zu geben.

Der Roman ist in drei Teil aufgeteilt. Im ersten Teil wird hauptsächlich der Staat „Ozeanien“ und das dortige Leben beschrieben. Ozeanien ist einer von angeblich drei großen Staaten, wobei von „Eurasien“ und „Ostasien“ nicht sicher ist, ob sie wirklich existieren. An der Spitze der Macht steht der „Große Bruder“ – Big Brother– , von dem man ebenfalls nicht erfährt ob er tatsächlich existiert. Übrigens kommt hier der berühmte Satz „Big Brother is watching you“ her, und nicht etwa aus einem gewissen TV-Format…

Protagonist in der Geschichte ist Winston Smith. Er ist ein Mitglied der äußeren Partei und arbeitet im „Ministerium für Wahrheit“, wo er ironischerweise Wahrheiten durch Lügen ersetzt, um für die Partei die Vergangenheit für sie zum Vorteil zu manipulieren. Winston ist sich der Manipulation des Staates bewusst und stellt sich innerlich gegen sie, was als sogenanntes Gedankenverbrechen gilt. Sein großes Interesse an der Vergangenheit bestätigt ihn immer wieder in seinen Gedanken, dass der Staat von Lügen und Manipulation lebt.

Im zweiten Teil des Romans kommt es zu einer Beziehung zwischen Winston und Julia, die ebenfalls ein Parteimitglied/-Gegner ist. Die Beziehung wird vielmehr aus Trotz gegenüber dem Staat geführt, als aus Liebe zueinander. Denn auch Liebe und Sexualität sind unter der Parteimitgliedern nicht gerne gesehen. Julia und Winston haben einen Rückzugsort bei dem Ladenverkäufer Mr. Charrington gefunden, der offenbar frei von einem sogenannten „Televisor“ ist. Normalerweise ist solch ein Überwachungsgerät in jeder Ecke vorzufinden, was es schwer macht, seine Gedanken offen mitzuteilen.  Zusätzlich zu Julia, entdeckt Winston auch in Mr. O’Brien einen Verbündeten und ist ganz außer sich vor Freude als er feststellt, das dieser offenbar ein Mitglied der geheimnisvollen „Brüderschaft“  ist, die sich im Untergrund gegen den Staat stellt. O’Brien gibt ihm ein Buch, indem Winston eine Antwort auf das „Warum“ sucht. Warum ist der Staat so, wie er es ist. Warum die ganzen Lügen und Manipulationen ?

Im dritten Teil ist Winston in Gefangenschaft geraten und wird im „Ministerium für Liebe“  festgehalten. Dort will man ihm seine negative Meinung  und „Ungläubigkeit“ gegenüber dem Staat austreiben und ihn wieder  gefügig machen. Da Winston seinen Tod für ein unausweichliches Ereignis hält, frägt er sich , warum er so lange unter Folter in Gefangenschaft gehalten wird. Dies wird ihm damit begründet, dass die Partei einen „Verbrecher“ nicht mit dem Gedanken daran sterben lassen will, ein Märtyrer zu sein. Vielmehr soll die Person zuvor „gereinigt“  und in ihr die Liebe für den großen Bruder erweckt werden.

Ich habe versucht, so wenig Details wie möglich zu verraten, damit es noch spannend bleibt, wenn ihr das Buch vielleicht mal lest. Ich persönlich fand es eher mittelmäßig . Das Thema an sich gefällt mir gut, aber der Text ist sehr schwer zu lesen und teilweise recht langatmig. Vor allem als Winston das Buch liest, welches er von O’Brien bekam , hatte ich große Schwierigkeiten dem Text zu folgen. Wenn ich genauer darüber nachdenke, habe ich eigentlich kein Wort davon in meinem Kopf behalten. Dieser Teil ist sehr politisch/wirtschaftlich und erinnert eher an ein Sachbuch für Geschichte. Im wesentlichen wird dort noch einmal von der politischen Struktur des Staates, also der Partei, erzählt. Doch auch zu Beginn des Buches hatte ich meine Schwierigkeiten, denn die ersten 60 Seiten sind recht zäh und man muss sich erst an den sehr verschachtelten Schreibstil von Orwell gewöhnen.

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. vincitores sagt:

    Ich fand das Buch klasse. Das bedrückende Gefühl was das Buch vermittelt, ist einmalig. Die Geschichte kann in verschieden Vergangenen, aktuellen, aber auch zukünftigen Zeiten projiziert werden. So sehen einige die Stasi, die USA (Snowden) oder die Sowjetunion in 1984.

    Es lässt sich schwer lesen und verdauen. Sonst ist es schon verrückt wie viel Orwell schon von der Zukunft „wusste“. So hat jeder Raum ein Fernseher mit einer Webcam…

    Das du das Buch „nur“ mittelmäßig fandest, fand ich ziemlich überraschend. Sonst sehr gut geschrieben 🙂

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    1. Pialalama sagt:

      Hallo & danke für deinen Kommentar 🙂 Dieses Bedrückende Gefühl mag ich leider gar nicht, auch wenn es sehr gut rübergebracht wird! Aber sowas ist immer Geschmackssache. Wie gesagt, fand ich ja die Thematik an sich sehr gut, nur der Schreibstil hat mir dann den Spaß am Lesen genommen.

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      1. vincitores sagt:

        Schön ist wahrlich nicht, aber das man so etwas – in dieser Stärke – auslösen kann, fand ich einmalig. Ich kenne kein Buch (wahrscheinlich nicht einmal einen Film), der das so gut gemacht hat.

        Deswegen ist mittelmäßig – also von Mittelmaß – eher unpassend. Besser wäre hier, so wie in deinem Kommentar gewesen (will aber nicht kleinlich sein :P).

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  2. Erina sagt:

    Auch dieses Buch ist eins meiner absoluten Lieblinge. Ich fand viele Dinge sehr gut durchdacht und logisch. Die „Neusprech“-Sache zum Beispiel ist gar nicht so abwegig und geschieht auch (in abgemilderter Form) in deutscher Realität. (Stichwort: Euphemismen). Die Stimmung war super. Super im Sinne von: Schriftstellerisch sehr gut hinbekommen. Sie war außerordentlich bedrückend und ich konnte mich richtig hinein fühlen, fühlte mich mit dem Protagonisten unwohl und beobachtet. Das Buch habe ich gelesen als ich etwa 20 war und es hat mich sehr in meinem Denken beeinflusst. 🙂

    Liebe Grüße,
    http://lesenundgrossetaten.blogspot.de/

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