„Der Liebhaber“ von   A.B. Jehoshua

Eine „kleine“ Buchrezension zu einem nicht mehr ganz so neuem Buch  🙂

Quelle

Den Roman des israelischen Schriftstellers habe ich auf dem Flohmarkt für 1 € gekauft.  Er erzählt die Geschichte von einem Mann, der sich auf die Suche nach dem Liebhaber seiner Frau macht. Die Sicht des Erzählers wechselt zwischen 6 Personen: Dem Vater Adam, der Mutter Assia, der Tochter Daffi, dem Liebhaber Gavriel und dessen Großmutter und dem Araber Nai‘m. Die Handlung ereignet sich zur Zeit des Jom-Kippur-Krieges, was eine wichtige Rolle spielt.  (Achtung, könnte Spoiler enthalten!)

Der Besitzer einer Autowerkstatt, Adam, bringt eines Tages einen Mann mit nach Hause, der später zum Liebhaber seiner Frau wird. Anders als man erwartet, ist  Adam nicht etwa erschüttert und zornig über das Fremdgehen seiner Frau, sondern sieht, dass dieser fremde Mann in ihr eine positive Veränderung bewirkt. Doch Adam bringt ihn dazu in den Krieg zu gehen und von diesem kommt der Liebhaber nicht mehr zurück. Also macht sich Adam auf eine monatelange Suche nach Gavriel. Nebenbei erfährt man auch noch von den Träumen der anderen Protagonisten, wie zum Beispiel von der pubertären Daffa, welche sich häufig mit ihren Lehrern anlegt. Und dann ist da noch Nai’m, der als Kind schon bei Adam in der Werkstatt anfängt und sich in Daffa verliebt. Durch ihn bekommt man ein Bild von der Lage der Araber die unter den Israelis leben. So nimmt zum Beispiel Gavriels Großmutter Nai’m bei sich auf, damit er ihr im Haushalt hilft, doch aus Misstrauen dem „kleinen Araber“ gegenüber versucht sie so wenig wie möglich zu schlafen.

Das Buch ist an sich sehr einfach geschrieben und mir hat der politische Aspekt sehr gefallen, auch wenn er nur im Hintergrund angedeutet wurde. Vielleicht auch gerade deshalb. Jedoch hatte ich während dem Lesen das Gefühl, dass der Autor zum Teil einfach seine Gedanken reinschreibt, ohne, dass diese wirklich Sinn ergeben und in die Handlung passen. So kommt eine Vergewaltigungs-Szene vor, die danach nie wieder eine Rolle spielt und mit keinem Wort erwähnt wird. Diese Szene wirkte für mich völlig fehl am Platz. Auch das Ende des Buches hat mir nicht wirklich gut gefallen, da es für mich zu plötzlich endet. Ich hätte gerne noch mehr darüber erfahren, wie es mit der Familie DANACH weitergeht… Und wenn es nur eine Seite gewesen wäre.  Doch auch während des Buches hatte ich zum Teil das Gefühl, dass irgendetwas fehlt…

Auf goodreads habe ich dem Buch 2 von 5 Sternen gegeben, was einem „es war okay“ entspricht.

 

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